Zwar unterzeichnete Birma 2013 mit 16 anderen Staaten die Bangkok Declaration for a Leprosy-Free World und verpflichtet sich, die Zahl der Neuerkrankungen auf weniger als einen Fall pro einer Million Einwohner zu begrenzen. Im selben Jahr kam es zu 3000 Neuerkrankungen in Birma. Zu viele Neuerkrankungen, um die Krankheit bis 2020 ausrotten zu können.

Dabei stand Birma 2003 schon ganz gut da: Nur einer von 10.000 Birmesen erkrankte in dieser Zeit an Lepra - was einer Ausrottung gleich kommt. Doch inzwischen sind die Anstrengungen gegen die bakterielle Infektion verhalten. Das Fachblatt bezieht sich auf Myo Paing, dem nationalen Leiter des WHO-Programms zur Leprabekämpfung in Birma:

"The major issue today is that since that benchmark of elimination was reached, complacency about leprosy has become the norm."

Weil die Krankheit aus dem Blickfeld gerät, haben junge Ärzte keine Erfahrung mit Lepra-Infektionen mehr. Manchmal erkennen sie die Krankheit gar nicht. Wird Lepra richtig erkannt und sofort behandelt, ist es nicht mehr ansteckend und kann sogar innerhalb eines halben Jahres vollständig geheilt werden.

Tröpfcheninfektion

Lepra ist eine bakterielle Infektion, die sich durch Husten oder Niesen überträgt - eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Der Erreger greift die peripheren Nerven an - vor allem in den Händen und Füßen. Dadurch empfinden die Erkrankten keine Kälte, Wärme oder Schmerz mehr. Harmlose Wunden werden dann nicht richtig versorgt und entwickeln sich zu Geschwüren, die zum Verlust von Gliedmaßen führen können. Der Erreger kann auch das Augenlid befallen, wodurch sich das Lid nicht mehr schließen lässt und langfristig zur Erblindung führt.

Erfinder der Lepra-Impfung ist tot

Der Erfinder der Lepra-Impfung, Jacinto Convit, starb am 12. Mai 2014 im Alter von 100 Jahren in Caracas. Außer den ersten Impfstoff gegen Lepra entwickelte er auch einen gegen Leishmaniose. Laut seiner Familie habe sich Jacinto Covint dem Kampf gegen Krankheiten gewidmet, von denen vor allem die ursprüngliche Bevölkerung in den venezolanischen Urwäldern und an den Flussmündungen betroffen sei.

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