Kit ist Philosophin. Sie ist sehr gebildet, aber auch sehr gelangweilt. Sie fühlt sich gefangen in ihrer kleinen Welt. Nach einer Konferenz verlässt sie schnell den öden Empfang und landet durch Zufall in der Welt der Käfigkämpfer.

Kit ist Akademikerin und die Protagonistin des Buches "Geworfen" von Kerry Howley. Nach einer Konferenz versucht sie, den immer gleichen langweiligen Konversationen zu entfliehen. Sie behauptet, dass sie rauchen wolle, und verlässt schnell die Veranstaltung.

Sie findet sich auf der Straße wieder - nicht wissend, wohin sie möchte. Sie sieht eine Gruppe von protzigen Männern, die stark nach billigem After Shave riechen... und folgt ihnen - heimlich. "Midwest Cage Championship" steht auf dem Schild an der Tür, durch das die Männer gehen. Das sagt Kit nichts. Aber es reizt sie. Schon allein deswegen, weil ihresgleichen sich normalerweise nicht dorthin verirren würde. Dann geht sie durch die Tür.

Autorin Kerry Howley liest aus "Geworfen"

Blut, Schmerz und Euphorie

In einem heruntergekommenen Raum sieht sie johlende Männer, die zwei Kämpfer in einem achteckigen Gitterkäfig anfeuern. In diesem Oktagon treten die beiden Männer mit vollem Körper- und Kampfsporteinsatz gegeneinander an. Kit ist im Publikum in einer Mixed-Martial-Arts-Shows gelandet - so was hat sie noch nie zuvor gesehen.

Sie sieht Haut reißen, Blut spritzen, Knochen splittern, aber sie sieht nicht weg. Im Gegenteil: Sie will mehr. Mehr sehen, mehr wissen und das Adrenalin wieder spüren. Als Kit an dem Abend nach der Konferenz Sean Huffman kämpfen sieht, weiß sie nicht, wie sie beschreiben soll, was sie fühlt. Sie ist euphorisch, gelöst, so, als würde sie ihre Haut verlassen. Sie will Sean aufspüren und stalkt in wochenlang an Trainingsplätzen, bis es ihr gelingt, Kontakt aufzunehmen.

Kit braucht den Kick

Von nun an ist sie immer dabei, beim Training, wenn er samstags am Eingang eines Nachtklubs für Ordnung sorgt, beim Essen, beim Grübeln, in seinem kargen Kellerzimmer, das ihm ein Kumpel vermietet hat - und bei seinen wenigen Kämpfen. Dass es so wenige sind, betrübt Kit. Sie hofft, Sean aufbauen zu können. Mit mäßigem Erfolg. Kit braucht den Kick, das Gefühl der Euphorie - sie ist geradezu abhängig davon.

Sie sieht sich gezwungen, einen zweiten Kämpfer zu finden, einen, der seine Karriere noch vor sich hat, und findet Erik Koch. Er ist Anfang 20 und steht am Beginn seiner Karriere. Kit weiß, dass ihre verquere Beziehung mit Sean und Erik nicht ewig andauern wird. Die Jungs werden ihre Karrieren beenden, der eine früher, der andere später. Die Frage ist nur: Was wird dann aus ihr?