Das Dorf Valeyri, am isländischen Meer, schläft nie. Es hört und sieht alles. Und wenn der Wind durch die Gassen streicht, trägt er kleine, geheime Geschichten mit sich fort. Geschichten, die von Einsamkeit und Sehnsucht erzählen, von Liebe und Hass, von Betrug und Freundschaft. Es sind die Geschichten der Bewohner.

"In den Wind geflüstert" von Guðmundur Andri Thorsson ist das perfekte Buch für den Moment, wenn du dich fragst, was die anderen gerade machen. Es erzählt die Geschichten der Bewohner, die auf wundersame Weise miteinander verbunden sind. Über das Dorf.

"Da ist immer etwas. Etwas das knackt, summt, zischt, bebt, lebt."
Autorin Lydia Herms über das Buch "In den Wind geflüstert"

Da ist zum Beispiel Katja. Sie fährt mit ihrem roten Fahrrad zum Gemeindehaus. Sie leitet den Chor von Valeyri. Katja ist eine Fremde, aber sie ist beliebt. Sie liebt die Musik. Warum die auf die Insel kam, bleibt ein Gerücht. Was vorher in ihrem Leben geschah, ist ein Geheimnis.

Andere Szenerie: Es ist Mittsommer. Die Sonne wird nicht ganz untergehen, die Nacht wird weiß bleiben. Smyrill ist Dichter. Er sitzt in der Küche am Schreibpult und wartet auf die Worte. Sie werden ihm zufliegen. Worte wie Gras und Strand und blau und Land.

"Ja, sie sind einsam, aber nie ganz allein. Da ist immer etwas."
Autorin Lydia Herms über das Buch "In den Wind geflüstert"

Das Buch entführt uns in die isländische Einsamkeit. Nimmt uns mit in das kleine Dorf, am rauen Meer, zeigt uns das Leben, die Ängste, die Sorgen seiner Bewohner. Nichts bleibt verborgen. Kein Tod, kein Besäufnis, keine Liebelei. Grauenvoll. Oder doch nicht?