Alles ist möglich, aber nichts geht irgendwie. Und dann ist da noch dieses Gefühl einfach anders zu sein. "Klassenbuch" erzählt die Geschichte von Erik und seinen Freunden, die feststecken in der Zeit zwischen Pubertät und Erwachsensein.

Es ist schon ein dystopische Bild, das John von Düffel in seinem Roman "Klassenbuch" zeichnet. Er ist nah dran an seinen Protagonisten, doch genauso scheinen sie meilenweit weg. Verschluckt von den Problemen um sie herum.

Das Zukunft der anderen

Stanko, Emily, Beatrice, Lennart, Annika, Vanessa, Li und Henk gehen in die elfte Klasse. Sie sind längst keine Kinder mehr. Sie hängen irgendwo dazwischen - zwischen dem, was ihre Eltern als Leben bezeichnen, und dem, was sie selbst sich unter Leben vorstellen. 

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Stanko leidet unter dem Krieg in Bosnien, der Heimat seiner Vorfahren, obwohl er dort nie gewesen ist. Emily ist Schulsprecherin, Umweltaktivistin, schön, steinreich – und magersüchtig. Beatrice ist dick und selbstmordgefährdet. Lennart denkt in Nullen und Einsen, er ist ein Genie, wenn es um Computer geht, aber ein Vollidiot, wenn er mit Menschen zu tun hat. 

Annika kümmert sich aufopferungsvoll um ihren kleinen Bruder, als wäre sie seine Mutter. Vanessa nennt sich online Nina, und als Nina ist sie schlank, taff und sportlich. Li kämpft mit Diskriminierung, weil sie Asiatin ist. Und Henk? Der wird vielleicht bald Vater.

Alles hängt zusammen, aber nichts passt

Und dann ist da noch Erik. Er merkt schon länger, dass da etwas anders ist. Er hat nicht wirklich ein Problem mit seiner Sexualität. Nein, sie interessiert ihn einfach nicht. Er fühlt sich unnormal, abstoßend, unsexuell, sogar unmenschlich.

In John Düffels Roman, sind alle Jugendlichen irgendwann mit sich alleine, stehen den Problemen gegenüber, die sich durch ihre Seele fressen. Übertriebenen Zuckerguss einer Coming-of-Age-Geschichte gibt es bei dem Autor, der auch als Dramaturg an Deutschen Theater Berlin arbeitet, nicht. Doch so ganz alleine lässt er seine Protagonisten auch nicht. In der Klemme zwischen digitaler Realität und analogen Gefühlen muss es doch irgendwo den befreienden Klick heraus geben. Oder doch nicht?