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Im Abenteuerroman "Luyánta. Das Jahr in der Unselben Welt" von Albrecht Selge wird die junge Jolantha aus einem nervigen Familienwanderurlaub gerissen und muss plötzlich in einer Parallelwelt als Königin einen Krieg führen. Für Deutschlandfunk-Nova-Rezenstin Lydia Herms ist der Roman ein Abenteuer auf siebenhundert Seiten, das hält, was es verspricht.

Jolantha hasst Wandern. Ihre Eltern bezeichnen es gerne als "gesund" und "tüchtig", für sie ist es einfach nur eine Tortur. Tüchtig – dieses Wort sagen nur alte Leute – und Jolanthas Vater, der ihr immer den Mund verbietet, aber selbst nicht aus dem Reden herauskommt. So auch in diesem Wanderurlaub in Tirol, bei dem er über Bäume und Gipfel Vorträge hält. Das alles nervt die zwölfjährige Jolantha unendlich.

Deshalb lässt sie sich auch Stück für Stück zurückfallen, während ihre Eltern und ihre beiden Brüder weiter Richtung Berghütte stapfen. Jetzt, wo es langsam ruhiger wird, hört sie es wieder: dieses Pfeifen. Es fühlt sich an, als würde das Pfeifen nur ihr gelten, als würde man sie rufen. Doch da unterbricht ihr Bruder die Stille und das Pfeifen verschwindet wieder.

Das Abenteuer beginnt

Angekommen auf der Hütte liegt sie abends im Schlafsaal, um sie herum schnarchende Menschen – und wieder das Pfeifen. Jolantha hält es nicht mehr aus: Sie packt sich ihre Stirnlampe, ein bisschen Proviant und folgt dem geheimnisvollen Pfeifen furchtlos bis in den tiefen, dunklen Wald. So beginnt das siebenhundert Seiten lange Buch "Luyánta. Das Jahr in der Unselben Welt" von Albrecht Selge mit Garantie auf ein unvergessliches Abenteuer, sagt Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin Lydia Herms.

"Mit seinem Buch 'Luyánta. Das Jahr in der Unselben Welt' gibt der Schriftsteller Albrecht Selge das Versprechen auf ein unvergessliches Abenteuer. Und: Er hält es."
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin

Um Jolantha herum wird es immer dunkler, doch sie bleibt nicht stehen und folgt unbeirrt bergauf dem Pfeifen. Mal ist es näher, mal wieder weiter weg. Und sie hat das Gefühl, das Pfeifen zu verstehen – wie eine Sprache. Über sich nimmt sie plötzliche ein Flattern war, vielleicht eine Krähe oder eine Dohle, das wüsste jetzt nur ihr Vater. Plötzlich zieht ein Gewitter auf, Jolantha friert und ihre Schulter tut ihr weh. Sie sucht Unterschlupf in einer Höhle.

Eine neue Familie, eine neue Welt

Dort knipst sie erschöpft und erleichtert ihre Lampe aus. Doch als sie es rascheln hört, macht sie sie wieder an und vor ihr stehen ihre Brüder – nicht ihre Menschenbrüder, sondern ihre Murmeltierbrüder. Wissen tut sie es da noch nicht, aber sie fühlt es. Und diese Brüder sind aufgebracht.

Sie beschweren sich, warum Jolantha so schwer zu finden war und dass sie keine Zeit mehr verlieren dürften, schließlich müsse sie doch den Krieg gegen den Adlerprinzen führen, um das Volk der Fanesleute zu retten. Und das ginge nur mit ihr – mit Luyánta, der weißen Murmeltierkönigin. Ja klar, denkt sich Jolantha – doch das gefährliche Abenteuer, das auf sie wartet, ist kein Traum.

Das Buch

"Luyánta. Das Jahr in der Unselben Welt" von Albrecht Selge, Rowohlt Berlin, 776 Seiten, gebundene Ausgabe (Hardcover): 25 Euro, E-Book: 17,99 Euro, Hörbuch gibt es auch, ca. 24 Std., gelesen von Constanze Becker; ET: 08.03.2022.