Kritiker werfen ihr vor, dass sie nerve. Leser schmeißen das Buch angeekelt weg. Charlotte Roche hat ihr drittes Buch geschrieben. "Mädchen für alles" heißt es und wir finden: alles richtig gemacht. Empfehlung!

Christines Lieblingswort ist "Okay". Auch wenn gar nichts okay ist. Grundsätzlich liegt sie gerne auf dem Sofa und schaut amerikanische Serien. Oft mehrere Folgen hintereinander. Und neben Seriengucken ist Schlafen Chrissis größte Leidenschaft. Sie ist immer müde.

"Für den Fall, dass sie dabei einnickt, hat sie eine Spezialnackenrollenschlafbrille. Damit sieht man zwar aus wie ein Alien, kann aber besser schlafen."
Lydia Herms (DRadio Wissen) über die Hauptfigur Chrissi

In "Mädchen für alles" geht es um Ängste, um Langeweile, um Frust, um Sex. Und immer um Chrissi. Die hatte früher mal einen Job, einen, um den sie viele beneidet haben. Aber sie hat den Druck nicht ausgehalten und gedacht, dass es vielleicht besser wäre, ein Kind zu bekommen, um dann nicht mehr arbeiten zu müssen. Dass diese Rechnung nicht so richtig aufgeht, merkt Chrissi erst, als das Kind dann da ist, Mila. Süß, die Kleine, aber irgendwie nicht das, was Chrissi erwartet hat.

Die Babysitterin soll Entlastung bringen

Chrissi heuert eine Babysitterin an. Sie heißt Marie und soll ihr Erschöpfungsproblem lösen. Marie kümmert sich um Mila, die Tochter, und ein bisschen um den Haushalt. Das macht sie gewissenhaft, in ihren löchrigen Hosen und bauchfreien T-Shirts. Doch schon bald findet man Marie nicht am Wickeltisch oder im Waschkeller, sondern auf dem Sofa neben Chrissi. Weil die das so will.

"Und die will noch viel mehr. Marie verführen, zum Beispiel. Wäre nicht das erste Mal, dass Chrissi fremdgeht, aber das erste Mal mit einem Babysitter."
Lydia Herms (DRadio Wissen) über die Hauptfigur Chrissi

Natürlich löst Marie überhaupt keine Probleme. Das Gegenteil ist der Fall: Die vorhandenen Probleme scheinen zu wachsen. Jörg versteht seine Frau mit jedem Tag weniger, Mila wird mit jedem Tag unwichtiger und Chrissi mit jedem Tag seltsamer.