John Niven beschreibt in seinem Roman "Old School" vier wackere Bankräuberinnen um die 60 - und sie sind alles andere als bemitleidenswert.

Die Altengang hat sich noch einen Komplizen an Land gezogen: Nails. Auch Nails ist nicht mehr ganz frisch, soll aber den Wagen fahren. Nur: An dem heißen Sommernachmittag, während die vier Alten den Bruch begehen, kauft sich Nails gemütlich ein Eis. Während Nails gedankenverloren in der Eisschlange steht, wird er von zwei Typen begrüßt, die ihm auch noch das Eis ausgeben. Erst als die Alarmanlage der Bank schrillt, die seine Komplizinnen gerade ausrauben, fällt bei Nails der Groschen: Die zwei Typen sind Polizisten, die ihn, Nails, den Schwerverbrecher, schon mal verknackt haben.

Was dann folgt, sind wilde Verfolgungsjagden, Shoppingtouren und die Flucht von Wroxham, Südengland, nach Frankreich – immer mit den beiden Polizisten dicht auf den Fersten. John Niven wollte ursprünglich die Idee als Drehbuch für einen Kinofilm umsetzen, fand aber keinen Produzenten und schrieb deshalb "Sunshine Cruise Company", wie der Roman im Original heißt. Übersetzt ins Deutsche hat ihn Stephan Glietsch.

Nichts zu verlieren

Das Bild, das John Niven von den Alten zeichnet ist alles andere als bemitleidenswert. Ethel sitzt zwar im Rollstuhl, flucht aber was das Zeug hält. Damit unterhält sie ihre Freundin Julie, während diese im Altenheim Urinflecken aufwischt. Julie wiederum ist mit der reichen Susan befreundet, die rauschende Gartenpartys feiert, zu denen Julie dann auch immer Ethel mitbringt. Als Susans Mann durch eine außergewöhnliche Sexpraktik stirbt, steht sie plötzlich vor einem Berg Schulden, den er ihr hinterlassen hat. Bei Jill scheint dagegen alles normal zu laufen bis auf die Tatsache, dass ihr Enkel todkrank ist und die Familie das Geld für die Behandlung nicht aufbringen kann. Die Vier haben nichts mehr zu verlieren und setzen alles auf eine Karte.

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