Der deutsche Schriftsteller und Illustrator Walter Moers schickt seinen Helden Gustave Doré auf eine "Wilde Reise durch die Nacht". Anhand von 21 ganzseitigen Zeichnungen des französischen Künstlers entwirft er eine fantastische Welt - das perfekte Buch für den Moment, wenn du aus deinem Traum nicht aufwachst.

"Alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht."
Zitat aus "Wilde Reise durch die Nacht" von Walter Moers

Das Klappergestell im schwarzen Leinentuch zitiert Goehte und klärt Gustave kurz darüber auf, dass es der Tod ist. Mit seiner Schwester Dementia würde er arme Seelen einsammeln. Jetzt sei Gustave dran.

Gustave, gerade mal 12 Jahre alt, haut das nicht um. Rotzfrech bringt er den Tod und dessen Schwester kurzerhand aus dem Konzept.

"Und ich kann keinen Einspruch einlegen oder so?“
fragt Gustave in "Wilde Reise durch die Nacht" von Walter Moers

Gustave wird von Moers wie ein Ritter durch verwunschene Gewässer und Wälder geschickt - immer auf der Suche nach Abenteuern. Moers bedient sich der Bilder des französischen Künstlers und lässt den im Jahr 1907 mit gerade mal 51 Jahren verstorbenen Gustave Doré wieder auferstehen - um ihn gleich zu Beginn der Geschichte sterben zu lassen. Fast.

Wie Gustave dem Tod ein Schnippchen schlägt

Aber tatsächlich gewährt der Tod Gustave Aufschub. Dafür müsse er ein paar Prüfungen bestehen wie eine Jungfrau aus den Klauen eines Drachens befreien, einen Wald voller böser Gespenster durchqueren und ein Ratespiel lösen. Doch bei dem Ratespiel hat sich der Tod etwas besonderes für Gustav einfallen lassen, um sich weitere unmögliche Aufgaben auszudenken. Gustave? Lässt sich nicht einschüchtern.

"Wilde Reise durch die Nacht" von Walter Moers, nach einundzwanzig Bildern von Gustave Doré, die aktuelle Ausgabe von 2013 ist im Knaus Verlag erschienen, 224 Seiten; das Buch erschien erstmals 2001 bei Eichborn.