Die Zahl der Löwen in West- und Zentralafrika nimmt rasant ab. Dort gibt es nur noch 350 Tiere. Im Osten des Kontinents sieht die Situation nur ein wenig besser aus. Die Situation soll so dramatisch sein, dass die Tiere bald ganz ausgerottet sein könnten. Das belegt jetzt eine Studie.

In Afrika gibt es noch maximal 30.000 Löwen. Das ist eine Schätzung, die Wissenschaft weiß nicht genau, wie viele der Großkatzen es noch auf dem Kontinent gibt. Für ihre Studie haben die Forscher nun Informationen aus ganz Afrika gesammelt und die Entwicklung der Löwen-Population in den vergangenen 25 Jahren nachgezeichnet. Und es gibt einen eindeutigen Trend: Es gibt immer weniger Löwen.

Der Mensch verdrängt den Löwen

Es gibt drei wesentliche Gründe für das Sterben der Löwen, die das Team um Hans Bauer von der Universität Oxford festgestellt hat:

  1. Viele Löwen werden von Bauern getötet, wenn sie deren Tiere anfallen
  2. Die Menschen verdrängen die Tiere, die Löwen verlieren ihren natürlichen Lebensraum
  3. Es gibt zu wenig Beute für die Löwen, sie haben zu wenig Nahrung

Unterm Strich bedeutet das, dass der Bestand in den vergangenen Jahren stark dezimiert wurde. Der Löwe könnte bald nicht mehr an der Spitze der Nahrungskette in Afrika stehen.

"Es ist wichtig, dass wir den jetzigen Bestand noch in 10 bis 20 Jahren haben, und dass wir den starken Rückgang im zweistelligen Prozentbereich stoppen."
Hans Bauer arbeitet als Wissenschaftler in Äthiopien für die Uni Oxford

Hans Bauer arbeitet für die Universität Oxford in Äthiopien und hat die Studie verfasst. Er ist der Meinung, dass es relativ leicht wäre, die Löwen zu schützen. Es sei eine Frage des politischen Willens und des Geldes. "Wenn die afrikanischen Regierungen die richtigen Entscheidungen treffen, können wir die Löwen schützen und den starken Abwärtstrend umkehren."

In anderen Ländern, vor allem im Osten des Kontinents, sieht es etwas besser aus. Aber auch dort sind die Tiere gefährdet und die Populationen nehmen dramatisch ab. In einigen südafrikanischen Ländern hingegen gehen die Löwen-Populationen nach oben, teilweise um bis zu 11 Prozent. Dazu gehören: Namibia, Botswana, Südafrika und Zimbabwe. Der Hauptgrund ist hier der Tourismus.

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