Immer nur Soja. Für Vegetarierer gibt es nicht zu viele Alternativen zum Fleisch. Und Veganer haben es ohnehin schwer. Da kommt die Lupine sehr gelegen. Alles pflanzlich, viel Eiweiß. Das Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung arbeitet sich schon lange an der Lupine ab und wurde dafür preisgekrönt.

Rein pflanzlich mit viel Eiweiß, ohne Cholesterin oder Gluten. Das bietet die Lupine. Und die Pflanze ist auch noch anspruchslos. Sie wächst fast überall, auch auf sandigem Boden.

Klingt alles super. Aber Lupinen haben viele Bitterstoffe, sogenannte Alkaloide. Auch wenn diese bitteren Stoffe nur im Promillebereich nachweisbar sind, schmeckt man sie heraus. Und es schmeckt nicht lecker.

Bitterstoffe in Lupinen

Peter Eisner vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung arbeitet sich seit rund 25 Jahren an der Lupine ab. Vor sechs Jahren wollten er und sein Team schon hinwerfen, aber dann stellte sich doch noch ein Aha-Effekt ein.

Die Lupine trägt die Bitterstoffe vor allem im Öl der Samen. Das Öl wird jetzt also aus der Frucht herausgelöst und zu einem Pulver weiterverarbeitet, das viel Eiweiß enthält und keine Bitterstoffe mehr.

Neuer Grundstoff für Nahrung

Das Eiweißpulver kann man für unterschiedlichste Produkte nutzen. Daraus lässt sich zum Beispiel pflanzliche Milch herstellen. Oder Brotaufstriche und Getränke. Vor allem aber kann das Pulver als Fleischersatz dienen - anstatt Soja. Und es gibt auch schon längst ein Lupinen-Speise-Eis. Als Grundlage nutzen die Wissenschaftler nicht die Lupine, die auch im Garten wächst, sondern eine spezielle Art der Süßlupine.

Eisner und sein Team wollen die Lupine als neuen Rohstoff in der Nahrungsmittelbranche etablieren. Für ihren Einsatz bekamen die Wissenschaftler den Deutschen Zukunftspreis 2014 überreicht, dotiert mit 250.000 Euro.

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