Du Lurch! Das ist dieses Mal keine Beleidigung, sondern eine Auszeichnung. Der Grasfrosch ist Lurch des Jahres 2017. Wir erklären euch, was er drauf hat und ob er um seine Froschschenkel fürchten muss.

Vielleicht springt er euch direkt entgegen: Denn bis zu einem Meter weit kann der kleine Frosch hüpfen. Nach etwas Grünem solltet ihr dabei aber nicht Ausschau halten. Der Grasfrosch ist nämlich rot- bis gelbbräunlich  gefärbt und unterschiedlich gescheckt. Noch lässt sich das Tier aus der Gattung der Echten Frösche recht häufig an Weihern, Flüssen, Tümpeln, in Moosen und Gebüschen entdecken. Sein Revier wird jedoch immer kleiner.

Fit wie ein Grasfrosch

Gefährdet ist der Lebensraum der Amphibienart vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft, sowie den Straßen- und Siedlungsbau. Mit ihm fällt auch ein wichtiger Insekten- und Schädlingsbekämpfer aus. Deshalb wurde ihm die Ehre zu Teil, als "Lurch des Jahres 2017" gekürt zu werden. 

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie (Reptilienkunde) und Terrarienkunde (DGHT) will mit dem Titel auf bedrohte Tiere hinweisen. Eben auch solche, die uns nicht ständig als süß, knuffig oder aufregend erscheinen. Und so tatenlos ist der etwa zehn Zentimeter große Frosch nicht.

In Sachen Paarung zeigt sich der Grasfrosch beispielsweise als Ausdauersportler. Wenn die Weibchen ab Ende Februar langsam vom Winterquartier Richtung Eiablage wandern, sind die Männchen schon vormarschiert und erwarten sie am Laichplatz einsatzbereit. Mit ihren stark entwickelten Hinterbeinen und kräftigen Vorderbeinen klammern sie sich auf dem Rücken der deutlich größeren Weibchen fest. 

Tagelang Festklammern vor dem Ablaichen

Die Männchen lassen eisern tagelang nicht los, bis die Weibchen ihre Laichschnüre abgelegt haben. Denn den Zeitpunkt wollen sie auf gar keinen Fall verpassen: Nur so können sie ihre Gene weitergeben. Auf dieses quasi "Ereignis des Jahres im Froschleben" bereitet sich der Grasfrosch in einer ausgiebigen Ruhephase vor. Er überwintert beispielweise in Schlammlöchern oder auf dem Grund von Gewässern in einer Winterstarre. Geatmet wird durch die Haut.

Schenkel aus Asien

Wenn es gut läuft, kann ein Grasfrosch etwa fünf Jahre alt werden, der Altersrekord liegt bei acht Jahren. Und selbst wenn es ganz schlecht läuft, landet der Grasfrosch immer noch nicht auf dem Teller. Er ist nämlich mit seinen etwa 50 Gramm einfach zu winzig - ganz abgesehen davon, dass er durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt ist. 

Länder wie Frankreich oder Belgien, wo Froschschenkel eine beliebte Delikatesse sind, importieren stattdessen Ochsenfrösche aus Asien. Etwa 5.000 Tonnen gelangen so jährlich nach Europa. In der EU ist die Jagd und der Verkauf von heimischen Tiere indessen verboten