Der Anschlag in Manchester hat eine Stadt getroffen, die für ihre Vielfalt, Popkultur und vor allem auch für ihre Musikszene bekannt ist.

Der britische DJ Dave Haslam, der in den 1980ern unzählige Male in einem von Manchesters bekanntesten Nachtclub aufgelegt hat, schrieb auf Twitter, dass sich die Terroristen die falsche Stadt ausgesucht hätten.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer hat sich die Musikszene von Manchester einmal näher angeschaut. Zu den wichtigsten Bands zählte unter anderem Joy Division. Die Band gründete sich 1976, nach einem Konzert der Sex Pistols und galt als einer der Vorreiter des Post-Punks. Nur vier Jahre nach ihrer Gründung brachte sich Sänger Ian Curtis um. Die übrigen Bandmitglieder machten danach als New Order weiter und sind mit ein paar Unterbrechungen bis heute aktiv.

Auch die Band The Smiths gehört untrennbar zur Musikszene in Manchester. Die Indie-Rock-Band um den Sänger Morrissey existierte von 1982 bis 1987 und wurde Anfang der 2000er von dem Musikmagazin NME noch vor den Beatles zur einflussreichsten Band der vergangenen Jahrzehnte gekürt. Mit ihrer Musik beeinflussten sie den Britpop der 1990er Jahre maßgeblich. Morrissey tritt seit der Bandauflösung als Solokünstler auf und spielt noch immer große Konzerte - und äußert sich mit kontroversen Ansichten immer wieder zu politischen und gesellschaftlichen Themen.

In den 1990ern wurde dann eine andere Band aus Manchester riesengroß: Oasis. 

"Oasis sind in den 90ern eine der größten Britpop-Bands überhaupt gewesen und die Fehden der Brüder Liam und Noel Gallagher, die sind auch heute noch amüsant."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer über die britische Band Oasis

Ihr Song "Don't look back in Anger" wurde wenige Tage nach dem Anschlag auch spontan nach einer Schweigeminute in Manchester angestimmt.

Legendärer Club

Neben berühmten Bands steht Manchester aber auch für den Club "Hacienda". Der war Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre einer der ersten Läden für House-Musik in Europa. "Madonna hatte da einen ihrer ersten Auftritte", sagt Anke van de Weyer. "Und Acid House wurde auch durch das Hacienda in Europa in den 1980ern mit DJs wie Paul Oakenfold groß."

Doch das Hacienda machte nicht nur mit großen Künstlerauftritten auf sich aufmerksam, sondern auch mit einer regen Drogenszene. "Die erste Person in Großbritannien, die an den Folgen von Ecstasy gestorben ist, hatte vorher da gefeiert", sagt Anke van de Weyer. Im Jahr 1997 musste der Club schließen, vor allem wegen finanzieller Probleme.

Mehr zum Thema: