Wenn Männer Frauen die Welt erklären, dafür gibt es einen Namen: Mansplaining. Zusammengesetzt aus "man" und "explaining". Klar, nicht alle Männer sind selbsterklärte Welterklärer. Ein Glück.

Mansplaining wird verwendet, wenn ein Mann einer Frau die Welt erklärt, ohne sich zu überlegen, dass sie das bereits weiß. Und auch ohne, dass sie darum gebeten hat und von oben herab. Mansplainer sind auch Typen, die mit großem Selbstbewusstsein Frauen zutexten, obwohl sie es vielleicht besser wissen. In Australien war Mansplaining schon einmal Wort des Jahres - das Phänomen ist also durchaus international.

Falsch? Egal, ich weiß das schon alles

Der Begriff Mansplaining ist eng verknüpft mit der Schriftstellerin Rebecca Solnit. Auch wenn sie ihn nicht erfunden hat. Die US-Amerikanerin hatte ein Buch geschrieben über den Fotografen Eadweard Muybridge. Auf einer Party erzählte sie dem Gastgeber von Muybridge.

Doch der Gastgeber fing an, Solnit endlos zu erklären, dass gerade ein ganz tolles, wichtiges Buch über den Fotografen erschienen sei. Das müsse sie unbedingt lesen. Dabei stand die Autorin direkt vor ihm. Solnit brauchte mehrere Anläufe, um den Vortrag zu unterbrechen. Danach schrieb sie das Essay: Wenn Männer mir die Welt erklären (im Original "Men Explain Things to Me"). Das war 2008.

Dann tauchte der Begriff Mansplaining im Netz auf. Wer ihn genau geschaffen hat, ist unklar. 2010 kam er auf die Liste der New York Times der Worte des Jahres.

Solnit ist nicht ganz glücklich mit dem Begriff. Sie wollte mit ihrem Essay eine Verbindung zwischen Small Talk und genereller Machtausübung ziehen - auch im Hinblick auf die Geschlechterfrage. Doch Mansplaining verallgemeinere zu stark. Es klinge nach typisch männlichem Verhalten. Doch natürlich seien nicht alle Männer ungefragte Welterklärer und damit Mansplainer.