Jaqueline. Kevin. Chantal: Für Vornamen wie diese braucht es wohl keinen Erfinder. Marc Hauser wird aktiv, wenn eine Familie originellere Namen sucht. Oder wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt.

Beispiele - die darf er uns jetzt leider nicht nennen. Marc Hauser ist verschwiegen. Er erzählt zwar recht gerne von seinem Job. Aber bereits erfundene Namen darf er nicht ausplappern. Das ist mit jedem seiner Kunden per Geheimhaltungsklausel geregelt.

Schade aber auch! Dabei hätten wir doch so gerne erfahren, welche Namen er schon kreiert hat. Seine Kunden jedenfalls kommen hauptsächlich aus Nordamerika und Asien, sagt er. Meist sind es internationale Familien aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Und die bezahlen gerne mal rund 25.000 Euro für einen Babynamen.

Ein Kreativ-Team für einen Namen

"Wir haben immer eine große Auswahl von Namen, die wir präsentieren. Und wir gehen dann mit einer kleineren Auswahl wirklich an den Start beim Standesamt. Bisher gab es nie den Fall, dass ein Name nicht durch kam."
Marc Hauser, Namen-Erfinder aus der Schweiz

Wenn Marc Hauser und sein Team einen neuen Namen suchen, müssen sie einiges beachten: Den Familienhintergrund, die Zusammensetzung der Eltern, die Geschwisternamen oder auch, aus welchem Land die Anfrage kommt.

Die Leute, die bei ihm Unterstützung suchen, sagt Marc Hauser, haben sich meist schon vorher um den Namen gestritten oder wissen nicht mehr weiter. Das sei auch bei Geschäftsleuten so, die beispielsweise wegen Produkt- oder Firmennamen auf ihn zukommen.

Wer bei Marc Hauser einen Namen einkauft, hat mit dem Preis übrigens kein Problem: "Das sind Leute, die auch für andere Dinge sehr viel Geld bezahlen", sagt er. Wenn er einen Auftrag bekommt, dann arbeiten sehr viele Leute an dem neuen Namen: Markenexperten, die prüfen, ob es den Namen schon gibt, Historiker, Übersetzer und natürlich auch Namens-Kreative an verschiedenen Orten der Welt.

Nichts gegen einfache Namen

Gegen einfache Allerweltsnamen wie Markus, Stefanie oder Thomas hat der Namen-Erfinder übrigens gar nichts. Er trägt ja schließlich selbst einen. Und er sieht das positiv: "Man füllt den Namen mit Charakter, mit Eigenständigkeit. Und die Leute wachsen auch in ihren Namen hinein."