Mario Goldstein ist die ehemalige deutsch-deutsche Grenze abgelaufen. 1.400 Kilometer in 100 Tagen. Die Tour hat auch ihn an seine Grenzen geführt.

Den Kolonnenweg gibt es noch. Das ist der Teil der deutsch-deutschen Grenze gewesen, auf dem die DDR-Grenztruppen schnell alle Stellen mit Fahrzeugen erreichen konnten. Die großen Betonplatten dienen heute als Rad- oder Wanderweg. Mario Goldstein ist auf ihnen gelaufen, das "Grüne Band" entlang. Von Thüringen ganz im Süden bis an die Ostsee im Norden. Dabei ging es vorbei an alten Grenzanlagen und Museen. "Es ist auch eine Erinnerungslandschaft", sagt er. Und könne ein Band der Versöhnung sein.

Auf den Spuren der eigenen DDR-Geschichte

Für Goldstein war die lange Wanderung auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. Er ist 1969 in der DDR geboren, hat mehrere Fluchtversuche unternommen und wurde schließlich mit 19 Jahren freigekauft. Seine Erlebnisse hat er nun in einem Buch "Abenteuer Grünes Band" aufgeschrieben. Darin geht es auch um die insgesamt rund 1.200 bedrohten Tier- und Pflanzenarten, die sich auf dem schmalen Streifen finden. "Das ist eine Landstraße der Artenvielfalt", sagt Mario Goldstein.

"Ich bin kein harter Brocken, sondern eher ein weicher Typ."
Abenteurer Mario Goldstein

Für Mario Goldstein war es nicht das erste Abenteuer. Er ist bereits mit einem Floss auf dem Yukon gefahren, hat jahrelang auf einem Katamaran auf dem Ozean gelebt und sich mit einem ausrangierten Wasserwerfer auf den Weg gemacht, um den Dalai Lama zu treffen.

"Ich muss mich keinen Zentimeter bewegen, um glücklich zu sein."
Abenteurer Mario Goldstein

In Eine Stunde Talk erzählt Mario Goldstein, was er auf der Wanderung erlebt hat, welche Arten im "Grünen Band" zu Hause sind und warum gerade jetzt ein guter Zeitpunkt ist, sesshaft zu werden.