Gerade werden Kriminalbiologe Mark Benecke etliche Fragen zum Coronavirus gestellt. Und er beantwortet sie gerne. Egal wie merkwürdig sie klingen mögen. Hauptsache, seine Antworten machen Wissen und die Wissenschaft verständlich.

Als Kriminalbiologe ist Mark Benecke auf der ganzen Welt unterwegs. Bei seiner Arbeit geht er biologischen Spuren aus Speichel, Haaren, Sperma oder Blut nach und unterstützt Kriminalisten mit seinem Wissen dabei, Leichen zu identifizieren.

Als Naturwissenschaftler spricht er regelmäßig auf Tagungen vor Fachpublikum und ist Mitglied unterschiedlichster wissenschaftlicher Organisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Naturforscher und Ärzte oder auch des IG-Nobelpreiskomitees. Die Liste ist lang. Denn: Mark Benecke hat nicht nur eine Vorliebe für kuriose Forschung, er gibt auch gerne Antworten – vor allem auf Fragen, die für manche ungewöhnlich scheinen.

Wissen unaufgeregt erklären und teilen

Auf Verschwörungsmythen reagiert er mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ganz sachlich und direkt, ohne die Person hinter dem Gedanken zu bewerten. Für ihn ist das die effektivere Vorgehensweise, sagt er. Also zieht er seine Antworten aus Studien, aus der Wissenschaft. Weiß er mal etwas nicht, forscht er nach den nötigen Fakten.

"Wenn mich jemand was fragt – egal, wie merkwürdig, banal, seltsam das klingt – dann möchte ich zumindest die sachliche Antwort darauf geben, damit nicht andere Menschen auch rumlaufen und sich die ganze Zeit fragen, was irgendetwas bedeutet."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

Vielmehr geht es Mark Benecke darum, Wissenschaft so einfach wie möglich zu erklären und damit für Menschen greifbar zu machen. Seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus erläutert er zum Beispiel in Videos, was gerade eigentlich passiert, geht auf Fragen und Kommentare ein. Wie kann ich mich vor Viren schützen? Wie kann ich Desinfektionsmittel selbst herstellen? Wie sinnvoll sind Masken wirklich? Was bedeutet eigentlich Herdenschutz?

Beobachten und ansprechbar sein

"Gestern war das die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Dann habe ich einfach nur erzählt, wie das funktioniert, dass das total einfach und sicher ist und, dass man da überhaupt kein großes Drama draus machen muss", sagt er.

Er selbst beschreibt sich als Beobachter, der nahbar ist, Fragen aus seiner wissenschaftlichen Perspektive durchleuchtet und sie in einen Kontext einbettet. Immer mit einer vorurteilsfreien Haltung statt mit dem erhobenen Zeigefinger.

"Ich kann die Pandemie halt auch nicht ändern. Aber ich kann dafür sorgen, dass die Leute nicht alle falschen Annahmen weiterverbreiten."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

"Als Kind bin ich in einer Platte aufgewachsen und mich hat es ein bisschen gewundert, dass mir viele Dinge nicht verraten wurden oder gesagt wurden oder keiner sie wusste", erzählt der Kriminalbiologe.

Als er zum Beispiel nach der Bedeutung mancher Fachwörter gefragt hat, konnten ihm die Menschen in seinem Umfeld oft keine Antwort darauf geben. Auch sei ihm als Kind oder Jugendlichem manchmal der Zusammenhang zwischen Themen nicht klar gewesen, über die in den Medien berichtet wurde. Bei manchen Alltagsthemen können Lexika oder Enzyklopädien eben nur bedingt weiterhelfen und die Zeit des Internets war noch weit entfernt.

Aus Spaß an der Verständlichkeit

Also machte sich Mark Benecke selbst auf die Suche nach Antworten. Heute ist er derjenige, der sich mit Menschen austauscht, deren Zugang zu Bildung eingeschränkt ist und gleichzeitig auch derjenige, der vor Menschen spricht, die in der Welt der Fachbegriffe unterwegs sind.

Seitdem teilt er sein Wissen mit anderen über die unterschiedlichsten Kanäle: in Zeitungen, im Radio, in Podcasts, im Fernsehen. Ganz verständlich und niederschwellig – so wie es ihm am meisten Spaß macht, erklärt er.

Im Gespräch erzählt Kriminalbiologe Mark Benecke noch mehr darüber, wie er die Corona-Pandemie als Wissenschaftler wahrnimmt, was wir durch die Pandemie lernen können und wie er zu einer Zusammenarbeit von Politik und Wissenschaft steht.