Weil Säue zu viele Ferkel produzieren, enden zu kleine Tiere am Türpfosten. Ein Elend, an dem der Verbraucher etwas ändern könnte.

Mastbetriebe stehen unter massiven Preisdruck - das gilt sowohl für ganz große als auch für mittelgroße Mastbetriebe, sagt der Journalist Edgar Verheyen. Mittelgroß, das heißt Unternehmen mit 400 Muttersauen, die 12.000 Ferkel produzieren. Bei einem großen Betrieb sind es 6000 Muttersauen, die rund 150.000 Ferkel im Jahr zur Welt bringen.

"Die baden-württembergische Tierschutzbeauftragte hat uns versichert, dass mehrere Hunderttausend lebensfähige Ferkel pro Jahr auf diese Weise getötet werden."
Edgar Verheyen, investigativer Journalist

Warum so viele Ferkel dabei sterben? Immer wieder sei versucht worden, etwas an der Genetik der Sauen zu verändern. Das Ziel: mehr Zitzen, mehr Ferkel. Die Extremform ist eine Monstersau aus Dänemark, die bis zu 17 Zitzen habe. Mittlerweile werfen Säue bis zu 25 Ferkel pro Wurf bei zweieinhalb Würfen im Jahr. Die Folge: Es kommen sehr viele schwache Tiere und auch viele Totgeburten zur Welt. Ein weiteres Problem für die Züchter: Die Ferkel sind nicht mehr gleich groß. Die kleineren Exemplare werden häufig direkt getötet, da sie wenig Aussichten haben, zu einem profitablen Mastschwein heranzuwachsen.

Von humanem Töten kann dabei nicht die Rede sein. Die überzähligen Ferkel werden häufig an der Stalltür totgeschlagen. Eine Veterinärin aus Baden-Württemberg hat dem Filmemacher bestätigt, dass pro Jahr mehrere Hunderttausend überzählige Ferkel getötet werden.

Billigfleisch beim Discounter

Wie sich das ändern lässt? Der Verbraucher ist gefragt. Weil er ohne nachzudenken Fleisch zu Dumpingpreien beim Discounter kauft. Dabei ist Fleisch so etwas wie das Zugpferd für die Discounter. Bei den Sonderangeboten sind die Fleischprodukte fast immer prominent platziert.

Auf staatliche Kontrollen kann man dagegen eher nicht setzen. Im statistischen Mittel wird ein Betrieb alle zehn Jahre überprüft.

  • Edgar Verheyen hat mit seiner Kollegin Monika Anthes einen Film über deutsche Schweinemastbetriebe gedreht: Er ist heute (14.07.2014) ab 21:50 Uhr in der ARD zu sehen.