Andrea Wegner-Katzenstein aus Köln ist Mediatorin. Seit 16 Jahren versucht sie, Streitigkeiten zu schlichten, bevor sie bei einem Gericht landen. Gerichte können Konflikte nämlich häufig verschärfen und Lösungen blockieren, sagt sie.

"Bei einer erfolgreichen Mediation sind alle Beteiligten Gewinner."

Mediation bedeutet "Vermittlung". Vermittelt wird zwischen Menschen, die sich in einem Streit befinden. Es gibt bestimmte Charakter-Typen, die das Entstehen eines Streits begünstigen, sagt Wegner-Katzenstein. Zum einen gebe es die Beschwichtiger, die mit ihrem gebetsmühlenartigen "Das ist doch alles nicht so schlimm" die Situation nicht selten noch verschlimmern. Zum anderen die Besserwisser, die bei allem immer klüger sind als ihr Gegenüber. Und natürlich die Ankläger, die grundsätzlich den anderen dafür verantwortlich machen, dass es so ist, wie es ist.

"Jeder hat seine Position und möchte sie durchsetzen. Leider hat jeder Mensch nur einen Teil der objektiven Wahrnehmung."
Andrea Wegner-Katzenstein

Den Fall von Till Schweiger und seiner streitlustigen Reaktion auf die ausländerfeindlichen Äußerungen, die er auf seinen Facebook-Post bekommen hat, kommentiert die Mediatorin so:

"Ich denke, Schweiger hat aus seiner Sicht richtig reagiert. Aber was im Netz stattfindet, unterscheidet sich deutlich von dem, was passiert, wenn man sich gegenübersitzt."
Andrea Wegner-Katzenstein

Wenn Klienten zu ihr kommen, um ihren Streit schlichten zu lassen, sei eins besonders wichtig: Die Zerstrittenen brauchen eine neutrale Person, die weder auf der einen noch auf der anderen Seite steht.

"Ich mache mir vorher möglichst kein Bild. Damit ich vorher keine Bewertung habe, was richtig oder falsch ist."
Andrea Wegner-Katzenstein