Friedrich Merz und Sigmar Gabriel werden zu Kolumnisten in Zeitungen, die regelmäßig über sie berichten. Neuerdings nehmen Medien jeden Aufreger mit, den Hans-Georg Maaßen twittert. Eine Medienkritik.

Wie steht es eigentlich um das Verhältnis zwischen aktiven und ehemaligen Politikern, Mandatsträgern und Medien? Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel ist Kolumnist für den "Tagesspiegel", neuerdings schreibt CDU-Mann Friedrich Merz für die "Welt am Sonntag". Und dann ist da noch der ehemalige Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen, der es regelmäßig mit seinen Tweets in die Medien schafft. Wir fragen uns: Stimmt noch das Verhältnis zwischen Nähe und Distanz?

In dieser Woche fiel Maaßen mit diesem Tweet besonders auf: "Für mich ist die NZZ so etwas wie 'Westfernsehen'." Er verlinkte einen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung mit dem Thema "In deutschen Städten sieht die Mehrheitsgesellschaft ihrem Ende entgegen". Für viele war diese Äußerung eine Provokation, sagt Medienjournalist Daniel Bouhs.

"Hat Maaßen eigentlich die mediale Aufmerksamkeit verdient, die er derzeit bekommt? Wenn ja: Womit eigentlich? Oder machen Medien vielleicht gerade denselben Fehler wie einst bei der AfD?"
Daniel Bouhs, Medienjournalist

In unserem Medienmagazin analysiert Medienjournalist Daniel Bouhs die Reaktionen. Wir schauen uns aber auch die anderen Aspekte des Tweets an: Kaspar Surbar von der "Wochenzeitung" in der Schweiz erklärt, wie sich die Traditionszeitung NZZ unter dem Chefredakteur Eric Gujer veränderte. Die Historikerin Franziska Kuschel erklärt den Begriff "Westfernsehen" und wie die Medienrealität für viele DDR-Bürger tatsächlich aussah.

Zeugnisse für die Radiobranche

Zwei Mal im Jahr werden die Einschaltquoten für Radiosender in Deutschland veröffentlicht. Noch nie haben mehr Menschen Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova gehört. Deutschlandfunk Nova erreicht bei einer verdoppelten Tagesreichweite 549.000 Hörerinnen und Hörer.

Nicht alle Radiosender setzen für die Quoten auf ihre Inhalte. Besonders große Popwellen setzen auf Spiele, um besser in Erinnerung zu bleiben. Wie funktioniert das und welche Tricks setzen Radiosender ein? Das verrät Viktor Worms, Mitglied der Jury des deutschen Radiopreises in dieser Ausgabe von Eine Stunde Was mit Medien.