Ansteckend ist sie und meistens gemeiner als eine Erkältung. Der Virologe Ortwin Adams erklärt die Tücken der Influenza – und auch ob die Impfung hilft.

Die Grippesaison in Deutschland nähert sich ihrem Höhepunkt, das geht aus dem aktuellen Influenza-Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut in Berlin hervor. Ihre Stärke lässt sich jetzt noch nicht abschätzen, sagt der Virologe Ortwin Adams. Auch er nimmt an, dass die Zahl der Infektionen in der letzten Januarwoche noch zunehmen und ihren Höhepunkt haben wird.

"Die eigentliche Welle kommt ganz typischerweise gegen Ende Januar. Vorherzusagen, wie schlimm es wirklich wird, ist schwierig bis unmöglich. Die Influenza ist immer für Überraschungen gut"

Der Virologe erklärt, dass nicht ganz geklärt ist, warum sich die Influenza ausgerechnet im Winter so gut verbreitet.

Warum Winter der Grippe gefällt

Er nimmt an, dass im Wesentlichen drei Faktoren ausschlaggebend sind:

  • Niedrige Temperaturen – Viren sind dann eher stabil.
  • Trockenheit – in trockenen Innenräumen fühlen sich die Erreger wohl.
  • Sozialverhalten – Menschen verbringen im Winter mehr Zeit miteinander.

Ortwin Adams erklärt, dass typischerweise eine Grippe schlagartig mit hohem Fieber anfängt, von einem schweren Krankheitsgefühl begleitet wird und oft Gliederschmerzen hinzukommen.

Milde Grippe, tückische Grippe

Er weist aber darauf hin, dass es auch milde Formen der Grippe gibt. Die Symptome gleichen der einer leichten Erkältung. Das Tückische: Die Krankheit bleibt auch bei dieser Verlaufsform ansteckend.

"Man kann auch bei einer echten Grippe milde Symptome haben – auch nur den Schnupfen. Das ist für einen selber erst mal ganz schön. Das Tückische ist, man kann das Virus trotzdem übertragen."

Eine Impfung gegen Grippevieren ist grundsätzlich möglich. Der Impfstoff bietet in der Regel nur einen partiellen Schutz. Empfohlen wird die Impfung unter anderem Menschen ab 60, chronisch Kranken, Schwangeren, sowie Ärzten und Pflegekräften.

"Es kann passieren, dass man feststellt, der Impfstoff passt nicht mehr optimal, weil das Virus sich etwas verändert hat."

Seit Saisonbeginn im Oktober 2019 sind bundesweit gut 13.000 durch Laboranalysen bestätigte Fälle gemeldet worden. Bisher starben daran nachweislich 32 Menschen. Mehr als 3500 Patienten wurden wegen Grippe im Krankenhaus behandelt.