Die Psychoneuroimmunologie setzt auf eine ganzheitliche Heilung des Patienten und verspricht schnellere Wundheilung und bessere Chancen bei chronischen Erkrankungen.

Eine der Kernaussagen der Psychoneuroimmunologie ist, dass die Wundheilung durch psychische Belastungen wesentlich verzögert werden kann. Mit Psychotherapie einen Knochenbruch oder Wunden schneller heilen, das hält Arzt und Psychotherapeut Christian Schubert für möglich. Es gäbe eine Reihe von Ergebnissen aus wissenschaftlichen Untersuchungen der Psychoneuroimmunologie, die genau das zeigten.

Bis zu einigen Wochen schnellere Heilung

Als Beleg seiner Aussage beruft sich Christian Schubert auf ein Experiment mit Studenten der Zahnmedizin. Ihnen wurde einmal in den Semesterferien und einmal kurz vor ihrer ersten Prüfung eine kleine Wunde am Gaumen zugefügt, deren Wundheilung mit einer innenliegenden Kamera beobachtet wurde. Ergebnis: Die Wunden heilten in den Semesterferien schneller als vor der Prüfung.

"Der Stress der Prüfung hat die Wundheilung verzögert."
Christian Schubert, Arzt und Psychotherapeut

Wenn ein chronisches Problem vorliegt, erklärt Christian Schubert, kann dieses Problem zu einer Verzögerung der Wundheilung beitragen. Das können etwa emotional relevante Sorgen sein wie eine schwere Eheproblematik oder Familienprobleme. In diesen Fällen muss der Arzt dafür sorgen, dass der Patient durch eine zusätzliche psychotherapeutische Behandlung entlastet wird. Der Psychotherapeut nimmt an, dass die Wundheilung bei schweren psychischen Problemen durch die zusätzliche Behandlung um Woche verkürzt werden kann.

Neue Ärzte braucht das Land

Christian Schubert fordert deshalb neue Ärzte, die eine neue psychosomatische Haltung mit einer ganzheitlichen Sichtweise auf den Patienten haben. Der Arzt sollte verstehen, dass Krankheit kein reiner biologischer Ablauf ist, sondern eingebettet ist in psychosoziale Umstände. "Ich würde mir einen Arzt wünschen, der eine integrative Sicht auf die Patienten hat."

"Unser Gehirn kann über die verschiedensten Wege direkt die Krebszelle erreichen."
Christian Schubert, Arzt und Psychotherapeut

Verschiedene Wissenschaften hätten inzwischen nachgewiesen, dass Krebszellen von Nervenfasern erreicht werden und es synaptische Verbindungen zu diesen Zellen gibt. Somit seien diese direkt angeschlossen an unser Gehirn und damit an unsere Psyche, sozialen Beziehungen und unsere soziale Welt, sagt Christian Schubert. Bei Stress feuern diese Nervenfasern und aktivieren dadurch Krebszellen in Form einer Vermehrung, Metastisierung und Unterlaufens von Chemotherapie.

"Aufgrund der Sichtweise auf den Menschen arbeitet die Schulmedizin in vielen Bereichen der Medizin in Bezug auf bestimmte chronische Erkrankungen insuffizient und von Heilung ist nicht rede ist. Wir reden hier von Behandlung."
Christian Schubert, Arzt und Psychotherapeut

Christian Schubert und Madelaine Amberger veröffentlichen im September 2016 ihr Buch "Was uns krank macht - was uns heilt", das von der Psychoneuroimmunologie handelt.

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