Sinnlichkeit lässt sich erlernen – im Alltag oder beim Poledance. Männer und Frauen müssen dafür eigentlich nicht zusammenkommen, sagen zwei, die es wissen müssen.

Intensive Sinneswahrnehmungen, Weiblichkeit, ganz viel Haut und irgendwie auch Sex – Sinnlichkeit ist eigentlich eine ziemlich offene Sache, wird gedanklich aber dann doch häufig in Richtung Erotik geschoben. Dabei reicht ein Mensch für Sinnlichkeit eigentlich schon aus, findet Julia Henchen. Die Verbindung mit Sex werde durch mediale Muster und Werbung vorgegeben. "Damit wird gearbeitet", sagt sie.

Die Paar- und Sexualtherapeutin gibt unter anderem Sinnlichkeitsworkshops an denen – Überraschung – eigentlich nur Frauen teilnehmen. "Viele Menschen kommen mit dem Thema Unlust zu mir", so beschreibt sie die Motivation ihrer Klientinnen. "Sinnlichkeit ist eine sehr weiblich repräsentierte Kategorie", sagt sie.

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Den Menschen, die an ihren Workshops teilnehmen, gehe es häufig um die eigene Sexualität, eine sinnlichere Selbstwahrnehmung und eine sinnlichere Außenwirkung.

"Die Menschen, die zu mir kommen, erhoffen sich einen besseren Zugang zu Sexualität. Sich selber sinnlicher wahrnehmen zu können, und dass andere sie sinnlicher wahrnehmen. Das ist Wunsch von vielen."
Julia Henchen, Paar- und Sexualtherapeutin

Auf dem Weg zu einem sinnlicheren Leben helfe schon die Frage: Wie nehme ich etwas lustvoll wahr? Lust solle sich möglichst an alle Sinne richten – das Sehen werde häufig überbetont, findet Julia Henchen.

Übungen für die Sinne

Dabei lassen sich auch der Tast- und Geruchssinn gezielt ansprechen und diese spezielle Wahrnehmungsweise genau beobachten.

"Im Alltag einfach die Sinne mehr aktivieren, mehr die Dinge wirklich wahrzunehmen. Das kann helfen in Bezug auf andere Menschen, dass man Berührungen oder Gerüche ganz bewusst wahrnimmt."
Julia Henchen, Paar- und Sexualtherapeutin

Gegen die leicht zwanghafte Verbindung von Sinnlichkeit und Erotik hat sich Marleen lange Zeit gewehrt. Sie sagt: "Sinnlichkeit hat wahrscheinlich auch was mit Erotik zu tun. Für mich ist Sinnlichkeit aber auch die Liebe zu mir selbst."

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Poledancing ohne High-Heels

Poledance ist ihr Sport und die Verbindung zur Erotik hat sie für lange Zeit bewusst vermeiden wollen – auch, indem sie auf das Tanzen mit High-Heels einfach verzichtet hat.

"Man kann einfach für sich tanzen, sich halt annehmen, sich sexy fühlen, sich weiblich fühlen als Frau."
Marleen aka "Pole Manni", Poledancerin

Ihrer wichtigste Disziplin "Contemporary" kommt sowieso ohne Absatzschuhe aus. Marleen kombiniert theatralischere Tricks an der Pole mit Dance und Musik mit viel Herzschmerz.

Angefangen hat sie mit Poledancing, weil sie etwas Neues ausprobieren und die Weiblichkeit in sich entdecken wollte. Im Alltag beobachtet sie an sich eine bewusstere Körperwahrnehmung. Und klar, das wirke sich auch auf ihr Sexleben aus.

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Julia Henchen, Paar- und Sexualtherapeutin
  • Marleen aka "Pole Manni", Poledancerin
  • Ab 21
  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartnerin:  Julia Henchen, Paar- und Sexualtherapeutin
  • Gesprächspartnerin:  Marleen aka "Pole Manni", Poledancerin