Britische Forschende haben einen Vorschlag, wie wir mehr Lust auf Bewegung bekommen könnten: abwechslungsreiche Gehwege. Ein Gehweg, bei dem wir stellenweise hoch- und runterlaufen müssen, kommt zum Beispiel besser an, als einfach immer geradeaus laufen.

Wie können wir uns im Alltag mehr bewegen? Die meisten suchen die Antwort darauf wahrscheinlich bei sich selbst. Täglich 10.000 Schritte zu Fuß gehen, wäre zum Beispiel eine Möglichkeit.

Forschende der Universitäten Cambridge und Essex haben sich einer Antwort auf die Frage von der anderen Seite angenähert. Sie haben in ihrer Studie untersucht, inwiefern die Architektur einer Stadt uns zu mehr Bewegung motivieren könnte.

Mehr Bewegung durch Abwechslung

Ihr Vorschlag: Anstelle der üblichen asphaltierten Gehwege könnte eine Art Trimm-dich-Pfad entlang des Gehwegs eine Lösung sein. Der Weg könnte zum Beispiel mit Hügeln, Stufen, Schwebebalken oder Stangen versehen sein. Oder auch mit Steinen, die in eine Wiese eingelassen sind. Fußgänger*innen könnten dort dann von Stein zu Stein hüpfen.

Solche aktiven Routen hätten laut der Forschenden zwei Vorteile:

  1. Mitten in der Stadt würde es interessante und alternative Wege geben.
  2. Die Gehwege wären anspruchsvoller und würden uns mehr fordern. Hüpfen oder Treppensteigen treiben unseren Puls in die Höhe. Laut der Forschenden ist das besser für unsere Fitness als reines Gehen.

Aktive Routen beliebter als einfacher Gehweg

Wie gut diese alternativen Gehwege ankommen, haben die Forschenden in einer Online-Umfrage abgefragt. Dafür haben sie knapp 600 Menschen realistisch aussehende Bilder von Gehwegen und ihren aktiven Alternativen gezeigt. Fast 80 Prozent der Teilnehmenden haben in der Befragung die aktiven Routen bevorzugt anstelle der üblichen Gehwege.

"In der Studie ging es um eine moderne Version vom Trimm-dich-Pfad: Nicht mit Stationen, sondern wirklich einen alternativen Weg mit Hügeln oder Stufen."
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk Nova

Insgesamt waren Routen attraktiver, wenn sie einfacher schienen und es dort Geländer zum Festhalten gab. Welche Routen bevorzugt wurden, hing auch davon ab, wie alt und fit die Befragten waren, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kerstin Ruskowski. Die jüngeren Teilnehmenden fanden vor allem anspruchsvolle Strecken gut.

Der Großteil aller Befragten fand einen aktiven Gehweg besonders dann interessant, wenn er eine Abkürzung zum regulären Weg war. Es spielte auch eine Rolle, wie der Weg beleuchtet war, ob es darauf Blumenbeete gab und wie er grundsätzlich gestaltet war. Mehr als jede dritte Person fühlte sich motiviert, die aktive Route auszuprobieren, wenn auch andere Menschen dort unterwegs waren.

Studie jetzt in Praxis umsetzen

Laut der Forschenden ist es jetzt interessant, die aktiven Gehwege in der Praxis zu testen. Weil ihre aktuelle Studie auf einer Online-Befragung aufbaut, konnten die Teilnehmenden erst mal nur eine theoretische Entscheidung treffen. Wenn sich ihre Erkenntnisse allerdings in einer weiteren Untersuchung in der Praxis bestätigen, könnte es sich lohnen, Gehwege in den Städten entsprechend anzupassen, so die Forschenden.

  • Moderatorin:  Anke van de Weyer
  • Gesprächspartnerin:  Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk Nova