Baumkletterer hangeln sich durch Zweige, sägen an Ästen in Baumkronen und messen sich in eignen Meisterschaften. Wer bei so einem Wettbewerb teilnimmt, ist in der Regel ein Baumpfleger mit einer Kletterausbildung.

Während Lars Hofmann, an Seilen gesichert, seine Steigeisen in den Stamm einer Eiche rammt und immer höher klettert, feuern ihn die anderen Teilnehmer der nordrhein-westfälischen Baumkletter-Meisterschaft Kletterkrone 2016 immer weiter an. Seine Arbeit als Baumpfleger verlangt Lars mehr ab, als die Disziplinen, die er bei diesem Wettbewerb meistert.

"Wenn du jetzt zum Beispiel in einem Garten eine Fichte hast, wo drei oder vier Gartenhütten drunter stehen. Dann musst du jeden einzelnen Ast anseilen, damit der nicht auf die Hütten fällt."
Lars Hofmann, Baumkletterer und Baumpfleger

Bei der Arbeit steigt er höher in die Baumkronen und muss dann beispielsweise morsche Äste absägen. Und darauf achten, dass alles sicher ist, keine Äste herunterfallen und Schaden anrichten. Was für unsereins bei der Meisterschaft schwer oder gefährlich aussieht, fällt ihm daher leicht.

International Tree Climbing Championships in Texas

Die NRW-Meisterschaft im Baumklettern findet zum vierten Mal statt. In den 1980ern gab es die ersten Wettkämpfe in den USA. Die wichtigste Disziplin ist das Work Climbing - abgeleitet von der täglichen Arbeit eines Baumpflegers. Die Kletterer bekommen Geschicklichkeitsaufgaben, die sie während des Kletterns erledigen müssen. Glocken in der Baumkrone symbolisieren Äste, die die Baumpfleger abschneiden würden. Aststücke, die sich in Eimern im Baum befinden, müssen die Wettkämpfer in einen Behälter am Boden befördern.

"Jeder Baumpfleger ist auf seine Art und Weise auch so ein kleiner Adrenalinjunkie. Und wenn es nur das ist: Du kannst aus 20 Metern Höhe mit dem Seil einfach auf den Boden runterspringen!"
Lars Hofmann, Baumkletterer und Baumpfleger

Um als Baumkletterer arbeiten zu können, reichen drei Kurse: ein Motorsägenkurs und zwei Kletterkurse. Der größte Reiz liegt für Lars Hofmann im Adrenalinkick, den er hat, wenn er 50 bis 60 Metern Höhe in einer Baumkrone herumklettert und weit unter sich den Boden sieht.

NRW-Meisterschaft der Baumkletterer