Rap Slams, Erotik Slams, Science Slams... in Augsburg wurden am Wochenende die besten deutschen Wortkünstler gefeiert. Und die Leute wollten es sehen: Laut Organisatoren waren 10.000 Zuschauer da.

Deutsche Dichter und Denker sind immer noch angesagt. Fast jede Veranstaltung bei den 19. Deutschen Meisterschaften der Poetry Slammer war ausverkauft. 280 Slamer haben mitgemacht, 9 davon kamen ins Finale. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es noch immer eine ziemlich große Poetry-Slam-Szene.

Skandal beim Halbfinale

Kurz vor dem Finale am Wochenende hat’s dann noch einen kleinen Aufreger gegeben. Beim Halbfinale waren nämlich am Ende zwei Slamer punktgleich: die Österreicherin Lisa Eckhard und der spätere Sieger Jan Philipp Zymny aus Bochum.

"Wir können nicht alles werden, was wir wollen. Viele von uns haben schon ein Problem damit, sie selbst zu sein."
Jan Philipp Zymny

Bei Punktgleichheit sieht das Regelwerk vor, dass eine Münze geworfen wird. Das Publikum fand das aber alles andere als cool - weil dann ja nicht die Qualität, sondern einzig und allein das Glück entscheidet. Und das hat sich an diesem Abend für Jan Philipp entschieden. Das fanden viele unfair, deshalb gab es auch während des Finales immer wieder Lisa-Rufe aus dem Publikum.

"Nichts, das mich in Rage bringt - außer, wenn ein Vöglein singt."
Lisa Eckhard

In Augsburg konnte man auch Erotik-Slams, Singer/Songwriter Slams oder Rap Slams begutachten. Und Science Slams: Die haben ihren großen Hype dank der Medizinstudentin Giulia Enders und ihrem Vortrag über den Darm erlebt. Giulia hat inzwischen sogar ein Buch geschrieben über den "Darm mit Charme".

Von Rap bis FuckUp - Slam ist nicht gleich Slam

Bei den "FuckUp Nights" geht es nicht um eigene Texte, sondern darum, Geschichten zu erzählen vom eigenen Scheitern. Die handeln von Firmen, Start-ups oder andere Projekten, die böse gegen die Wand gefahren wurden. Berkan Güngür veranstaltet die "Fuckup Nights". Es kostet natürlich Überwindung, mit solchen Geschichten auf die Bühne zu gehen, sagt er.

"Die Leute bekommen glasige Augen auf der Bühne, weil sie nicht nur Geld, sondern auch wahnsinnig viel Energie verloren haben."