Bestimmte Songs erinnern uns an bestimmte Situationen, die wir - vielleicht schon vor langer Zeit - erlebt haben. Insbesondere die Musik, die wir zwischen dem 14. und 30. Lebensjahr gehört haben, hinterlässt fest verankerte Spuren in unserem Gehirn. 

Die unvergesslichen Urlaubstage, die wir am Mittelmeerstrand verbracht haben oder die Nächte, in denen wir mit unseren Freunden um die Häuser gezogen sind. Diese Erinnerungen sind oft mit Musik verknüpft. Der Tag am Meer eben mit der Musik, die in Dauerschleife von der Strandbar herübergeschallt ist. Oder eben in den Lautsprecher-Boxen des Autos gewummert hat, mit dem wir durch die Nacht gefahren sind. Wenn wir diese Songs hören, fühlen wir uns in diese Zeit zurückversetzt. 

Autobiografischer Soundtrack

Eine Studie hat wissenschaftlich belegt, dass es eine Art autobiografische Musikerinnerung gibt. Bei dieser Studie wurden 48 Personen im Alter von 67 Jahren eingeladen, denen bestimmte Songs vorgespielt wurden. Die Probanden sollten dann aufschreiben, woran sie das Musikstück erinnert hat. Das Ergebnis: Jeder zweite gehörte Song hat eine auf die Musik bezogene, autobiografische Erinnerung ausgelöst.

"Die Musik bezogene Erinnerungen, gerade die emotionalen, sind doch relativ stabil und tief verankert, weil sie auch auf sehr alte Gehirnstrukturen zurückgreifen, auf die wir nicht so eine bewusste Kontrolle ausüben können."
Reinhard Kopiez, Musikpsychologe an der Hochschule in Hannover

Besonders die Musikerinnerungen zwischen dem 14. und 30. Lebensjahr sind stabil gespeichert und spielen eine Rolle, wenn wir unsere Identität ausbilden. Von unseren Eltern grenzen wir uns beispielsweise ab, indem wir zwischen 'meine Musik' und 'eure Musik' unterscheiden. Das geschieht vor allem als Jugendliche und junge Erwachsene - da spielt die Musik eine wichtige Rolle. Deshalb ist sie in der Regel auch stark verknüpft mit Lebenserinnerung an diese Phase.

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