Die Abenteuerlust zieht Thomas Pellow 1715 aufs Meer. Auf Schule hatte der Junge keine Lust mehr. Die Eltern geben seinem Drängen nach und lassen ihn auf dem Handelsschiffs des Onkels anheuern. Seine Odyssee dauert 23 Jahre.

Im Sommer 1715 läuft die Francis aus dem Hafen in Cornwall aus, mit an Bord: Thomas, sein Onkel und sechs weitere Seeleute. Der Schiffsjunge Thomas und die übrige Mannschaft bemerken nicht, wie sich das Piratenschiff nähert und die Francis kapert. Danach findet sich Thomas mit weiteren 52 Sklaven in den Gassen der marokkanischen Hauptstadt Meknes wieder. Er gelangt in die Hände des Sultans Mulai Ismail.

"Sein Gesicht war oval, seine Wangen eingefallen, seine funkelnden schwarzen Augen lagen tief in ihren Höhlen."
Thomas Pellow

Wir wissen wenig über Menschen wie Thomas Pellow, die vom 16. bis 19. Jahrhundert aus Europa in die Maghreb-Region entführt und versklavt wurden. Thomas Pellow hat seine "Geschichte der langen Gefangenschaft und Abenteuer in der südlichen Barbarei von Thomas Pellow" festgehalten.

Ein Bestseller seiner Zeit, in der Piraten eine große Gefahr für europäische Handelsschiffe bedeuteten. Großbritannien schloss zwar einen Friedensvertrag mit dem Sultan von Marokko, doch der hielt sich nicht daran. Zu lukrativ waren die Geschäfte mit den Piraten.