Bei seinem Abschiedsbesuch in Deutschland hat der scheidende US-Präsident Barack Obama ein bisschen Wahlkampf für Angela Merkel gemacht.

Ein Ziel von Obama bei seiner Abschiedsreise war: Die Angst vor Donald Trump zu nehmen. Vier Argumente hat der aktuelle Präsident dafür parat:

  1. Wahlkampfrhetorik und Regierungsalltag sind unterschiedliche Welten
  2. Das Amt zwingt einen, die Dinge ernsthaft zu betrachten
  3. Ignoriert Trump den zweiten Punkt, bleibt er nicht lange im Amt
  4. Die Nation ist größer als jeder einzelne

Außerdem hat Barack Obama ein paar kritische Worte zu Europa gefunden: Ihm sei das politische System zu komplex, die Menschen wüssten nicht mehr, wer eigentlich die Entscheidungen trifft. Die eigene Regierung oder die europäische Regierung in Brüssel.

"Obama sagt: Wir müssen aufpassen, dass der Disconnect, die Trennung zwischen denen, die die Entscheidungen treffen und denen, die glauben abgehängt zu werden, nicht größer wird."
Klaus Remme, Korrespondent in Berlin

Obamas Rolle in der Finanzkrise

Bei seinem Besuch in Deutschland wurde Obama auch gefragt, woran er sich in seiner Amtszeit am meisten erinnern würde. Er nennt den Amoklauf an der Sandyhook-Grundschule: "Sechs Jahre alte Kinder wurden erschossen. Und ich musste nur zwei Tage später den Eltern gegenübertreten, die ihre Kinder verloren hatten. Ihr Schmerz wird mich immer verfolgen.“ Eine Haltung, die von Donald Trump so nicht zu erwarten sein wird, sagt Klaus Remme:

"Obama ist durch rhetorische Brillanz aber auch durch Empathie in der Lage, eine Art Tröster der Nation in diesen Momenten zu sein. Das wird seinem Nachfolger in dieser Art nicht gelingen."
Klaus Remme, Korrespondent in Berlin

Bei aller Kritik, die jetzt an der Amtszeit von Barack Obama laut wird, dürften wir allerdings eines nicht vergessen, sagt Klaus Remme. Als Obama vor acht Jahren das Amt angenommen hat, befand sich die Welt in einer schweren Finanzkrise. Diese Krise habe Barack Obama zunächst einmal gemeistert.