Das große Ziel ist das autonome Fahren. Dafür müssen Autos untereinander, aber auch Menschen mit Autos kommunizieren.

Die Messe "Con Car Expo" in Berlin zeigt, dass das Bauen von Autos schon lange nicht mehr nur Sache von Maschinenbauern ist, sondern auch von allen möglichen anderen Gewerken wie Informatiker, Mechatroniker, Kommunikationsdesigner, User-Interface-Entwickler.

Die Messe, die heute (05.07.) startet, beschäftigt sich mit drei großen Themenfeldern:

  • Auto-zu-Auto-Kommunikation: Wie können Autos untereinander Informationen austauschen?
  • Auto-zu-Fahrer-Kommunikation: Wie kann sich das Auto am besten mit dem Fahrer verbinden? Das heißt aktuell: Vor allem mit dem Smartphone des Fahrers.
  • Autonomes Fahren: Wie können PKW selbstständig in welchem Umfeld fahren - und das sicher und zuverlässig?
"Per Handy-App sagst du dem Auto dann, es soll ausparken und dich vor deiner Haustür abholen."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Vor allem das autonome Fahren ist für viele interessant, es wäre zudem die größte Veränderung im Straßenverkehr seit Erfindung des Automobils. Allerdings sind die Themen miteinander verknüpft: So funktioniert autonomes Fahren besser, wenn die Autos untereinander kommunizieren können. Beim tödlichen Unfall vor einem Jahr hatte der Tesla-Autopilot einen LKW für ein Verkehrsschild gehalten und nicht gebremst. Wenn der LKW mit dem Auto kommuniziert hätte ("Achtung, hier bin ich!"), hätte das Fahrzeug reagieren können.

Dass heute PKW noch nicht selbstständig fahren, liegt zum einen an der noch nicht komplett ausgereiften Technik - auch, wenn einige Autopilot-Systeme schon mehrere Millionen Kilometer ohne selbstverschuldete Unfälle zurückgelegt haben. Zum anderen fehlen rechtliche Regelungen, etwa in Sachen Haftung, Schuldfragen bei Unfällen und Entscheidungsgrundlagen für Notsituationen (wie verhalten bei unvermeidbarem Unfall).

"Hier muss es sicherlich übergreifende Regelungen geben, die in der Industrie mit der Politik zusammen mit Versicherungen zusammen getroffen werden."
Stephan Kraus, Sprecher Mobility Solutions Bosch

Beim autonomen Fahren geht es aber nicht nur um den fließenden Verkehr. Denkbar ist zum Beispiel auch, dass der Autobesitzer seinem Auto per App mitteilt, dass er gleich vor der Haustür abgeholt werden möchte. Das Auto parkt dann selbstständig aus, fährt vor, der Fahrgast steigt ein. Speziell für Gegenden, in denen das Finden eines Parkplatzes nicht einfach ist, könnte diese Funktion nützlich sein. Und sie zeigt, wofür die Kommunikation zwischen Auto und Mensch wichtig ist.

Bis Autos komplett selbstständig fahren (dürfen), wird es noch einige Jahre dauern. Heute sind aber vor allem in Oberklasse-Limousinen mit zum Beispiel Spurhalte-Assistenten, intelligenten Tempomaten, Abstandhaltern und Stau-Automation schon Techniken verbaut, die einem Autopiloten nahe kommen.