Die App Resi will ein bisschen sein wie WhatsApp und ein bisschen wie dein besserwissender Freund. Und kennt dabei nur ein Thema: Nachrichten.

Während die Webseite der Tagesschau gerade ihren 20. Geburtstag feiert, macht sich die News-App Resi bereit, eine neue Ära der Nachrichtenkommunikation einzuläuten. Denn hier kommen Nachrichten nicht mehr per Social Media eingeflogen, sondern die News werden im Chat live auf dem Handy diskutiert. Wie in einem persönlichen Gespräch - so soll es zumindest wirken.

Tatsächlich verbergen sich dahinter Bots, also Computerprogramme, die die Art imitieren, wie wir posten und texten. Die Resi-Bots machen genau das, was wir tun, wenn eine Nachricht rumgeht: "Hast du schon gehört….?" fragen sie uns quasi zwischendurch. Und gehen dabei weiter als klassische Newsletter. Die Resi-Bots verlassen sich nicht auf Linksammlungen und sie haben einen eigenen Humor und ihre Art zu schreiben.

Hauptsache Gifs

Einmal installiert, geht es ganz buddymäßig los, "Hi" startet die Konversation untermalt von einem süßen Gif, um kurz danach die erste aktuelle Meldung rauszuhauen: die politische Situation in der Türkei. Danach kann der User auswählen, wie es weitergeht - ganz nach Interesse: "Wieso das?", "Was heißt das?", "Gibt es sonst noch News?". Unterlegt werden die Nachrichten und User-Eingaben mit lustigen Gifs. Schließlich will die App unterhalten.

Screenshot vom Chatdialog mit der App Resi.
© Screenshots Resi | DRadio Wissen
Der Dialog fing gut an, dann aber wusste Resi nichts Neues mehr zu berichten.

Zielgruppe der App sind keine News-Nerds, sondern vor allem Leute zwischen 15 und 25, die mit Nachrichten nur bedingt etwas am Hut haben. Von daher gehört der Spaß an Informationen unbedingt dazu. Und der zeigt sich in den Gifs und einem eigenen Erklärungsansatz, der auch ganz knapp funktionieren soll, ohne mit komplexen Geschichten zu überfordern. Mit der Zeit lernt das Programm dazu und weiß, auf welche Nachrichten der User steht. Darin steckt natürlich auch die Gefahr der Filterblase.

Der Macher hinter Resi ist Martin Hoffmann, ehemals Social-Media-Chef von Welt.de. Ganz neu ist die Idee, die er mit einem kleinen Start-up-Team entwickelt hat, nicht - in Deutschland aber bisher einmalig. In den USA hat bereits die Newsseite Quartz vorgelegt. Sie hat im Gegensatz zu Resi noch eine eigene Website, aber "mobil first" und die Gesprächsform haben auch bei ihr Vorrang. "Conversational Journalism" heißt das Konzept hinter dieser Nachrichtenform.

Ein paar Tage nach dem Launch hat die neue Generation der Nachrichten ein paar Kinderkrankheiten. Bei unserem Test schaffte Resi maximal sechs aktuelle Nachrichten und manchmal wiederholte sie einfach eine News oder vergaß ein Wort im Satz. Bei ganz hartnäckigem Nachfragen weiß sie nicht immer weiter. Für Tiefenrecherche ist sie aber auch nicht gedacht.

"Leider hab ich immer noch nix neues für dich"

Für Unmut bei den ersten Resi-Usern sorgte eine Warteschlange in der Anmeldung. Nach der Registrierung ist erst einmal Warten angesagt. Das habe den Zweck, das noch junge Programm nicht zu überlasten, erklärt Martin Hoffmann und versichert: "Nach wenigen Tagen ist jeder drin". Noch gibt es die App nur für das iPhone. Wie sie sich entwickelt, dabei kann jeder User im Prinzip live zuschauen. Schließlich handelt es sich um lernende Computerprogramme. Auch die sind noch relativ jung und können noch dazulernen.