Starke Stürme brauchen Wärme – je wärmer, desto stärker werden sie. Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst erklärt es am Beispiel von Lorenzo.

Lorenzo hat die Azoren passiert. Der Sturm der Kategorie zwei zog nach Angaben der portugiesischen Wetterbehörde 70 Kilometer westlich an der Insel Flores vorbei. Dort gab es schwere Regenfälle und Windböen mit Geschwindigkeiten von 190 Kilometern pro Stunde. Ausläufer sollen auch Deutschland erreichen.

Der folgende Tweet zeigt die Kraft des Sturms auf den Azoren. Dieses und weitere Videos hat die portugiesische Zeitung Observador auf ihrer Seite veröffentlicht.

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Wir haben mit Andreas Friedrich speziell über Lorenzo und allgemeiner über Stürme im Zusammenhang mit der menschengemachten Erderwärmung gesprochen. Er sagt, es sei ungewöhnlich, dass ein Sturm dieser Stärke die Azoren trifft. Bei schwächeren Stürmen käme das statistisch alle zwölf Jahre vor.

"Wir haben in die Statistiken geschaut. Erst wenige Male hat ein Hurrikan die Azoren getroffen und vor allem, dass es so ein starker ist. Das gab es erst einmal, im Jahr 1926."
Andreas Friedrich, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst

Er hält fest, dass die Erderwärmung zu stärkeren Hurrikans führt, weil auch die Wassertemperatur sich weiter erhöhen wird. Ob auch die Häufigkeit zunimmt, sei noch umstritten. Andreas Friedrich beschreibt wie Hurrikans sich bilden: Sie entstehen an der Westküste von Afrika, zunächst als Gewittergebiete über dem Meer, die dann mit der Passatströmung auf den Atlantik ziehen. Die Stärke des Sturms ist abhängig von den Temperaturverhältnissen des Meeres. Es muss sehr warm sein, am besten wärmer als 27 Grad.

Sommer ist Hurrikansaison

In der Atmosphäre darf sich der Wind nicht groß ändern und die Feuchtigkeit muss entsprechend hoch sein. Dann können sich aus einem großen Gewittergebiet Strukturen entwickeln, die sich immer mehr um die eigene Achse drehen. Irgendwann entsteht dann vielleicht ein Hurrikan.

Hurrikane bilden sich in der Regel eher in der Zeit von Sommer bis Herbst. Die Zugbahn des Hurrikans hängt immer von den Passatströmungen ab und den Luftdruckverhältnissen über dem Atlantik.

"So weit östlich hat es niemals einen Hurrikan der Stufe fünf gegeben. Da hat Lorenzo einen neuen Rekord für den Atlantik aufgestellt."
Andreas Friedrich, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst

Momentan wandelt sich der Sturm in ein außertropisches Tiefdruckgebiet um. Die Geschichte von Hurrikan Lorenzo gehe gerade zu Ende, sagt Andreas Friedrich. Bei Lorenzo sei es so gewesen, dass er wegen der Druckverhältnisse früher nach Nordosten umgebogen ist. Nie zuvor hat es so weit im Osten einen Hurrikan der Stufe fünf gegen. Das ist die höchste Stufe.