Wer in Deutschland einen neuen Mietvertrag abschließt, zahlt trotz Mietpreisbremse oft viel zu viel. Wir sagen euch, wann ihr auch davon betroffen seid und wie ihr euer Geld zurückbekommt.

Das Verbraucherportal wenigermiete.de hat 1.800 Großstädter zu seinen Mietverträgen befragt. Das Ergebnis: Sehr oft verstoßen Neuvermietungen in Berlin, Hamburg, München oder Köln gegen die 2015 eingeführte Mietpreisbremse. Im Schnitt zahlen Mieter dort 230 Euro mehr, als die zulässige Obergrenze erlaubt.

Wer jetzt wissen will, ob der eigene Mietvertrag auch mit der Mietpreisbremse kollidiert, sollte den Mietspiegel bei seiner Stadt oder Gemeinde in Erfahrung bringen. Der Mietspiegel liefert eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete für eine Wohnung, die eurer Wohnung in Ausstattung, Baujahr, Größe und Lage entspricht.

Viele Mieter zahlen aus Angst vor Ärger einfach drauf

Die gesetzlich geregelte Mietpreisbremse schreibt vor, dass bei Neuvermietung ab dem 1. Juni 2015 die Miete maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf.

Aber Achtung, kein Gesetz ohne Ausnahme:

  • Bei einem Neubau gilt die Mietpreisbremse nicht.
  • Hat der Vormieter mehr Miete gezahlt als ortsüblich ist, dann gilt die
    Vormiete als Berechnungsgrundlage.
  • Wenn der Vermieter umfassend modernisiert hat, kann er einen
    Modernisierungszuschlag auf die ortsübliche Vergleichsmiete anrechnen.

Stellt sich heraus, dass ihr zu viel Miete zahlen musstet, solltet ihr euren Vermieter schriftlich rügen, indem ihr ihm den Sachverhalt per Post mitteilt. Dann steht euch ein Rückzahlungsanspruch der zu viel gezahlten Miete zu.

"Viele machen nicht von ihrem Recht Gebrauch, weil sie froh sind, eine Wohnung bekommen zu haben und Angst davor haben, dass der Vermieter irgendwelche Sanktionen durchzieht."
Volker Rastätter, Mieterverein München e.V.

Aber viele Menschen nehmen ihr Recht gar nicht in Anspruch, weil sie Angst haben, ihr Mietverhältnis zum Vermieter zu gefährden und dessen Zorn auf sich zu ziehen. Außerdem sind viele einfach froh darüber, nach Monaten oder gar Jahren des Suchens, endlich eine schöne Wohnung bekommen zu haben.

Dabei ist die Angst der Mieter nach Meinung von Volker Rastätter vom Mieterverein München völlig unbegründet, weil die gesetzlichen Regelungen eindeutig und die erlaubten Mieten genau zu berechnen sind. Auch das Risiko, einen möglichen Prozess um die Miete zu verlieren, ist laut Volker Rastätter äußerst gering.