Die Mietpreisbremse taugt nichts. Viele hatten es schon geahnt, und nun bestätigt das eine Studie. In München, in Hamburg, in Berlin - in Großstädten steigen die Mieten weiter. Und da hilft nur eins: selbst die Bremse drücken.

Die Idee klingt vielversprechend: Wenn eine Wohnung neu vermietet wird, darf der Preis maximal zehn Prozent höher sein als in der Gegend üblich. So sagt die Theorie.

Es gibt ein paar Ausnahmen: Die Mietpreisbremse gilt nicht, wenn das Mietobjekt ein Neubau ist, wenn es saniert wurde oder wenn der Vormieter bereits mehr bezahlt hat. Trotzdem - die Mietpreisbremse kann funktionieren. Sie tut es aber nicht von selbst.

"Das Problem bei der Mietpreisbremse ist, dass sie zig Ausnahmen hat."
Student aus Tübingen

In München, in Hamburg, in Berlin - überall, wo Wohnungen Mangelware sind, steigen die Mieten weiter: In der Berliner Innenstadt zahlt man um die zehn Euro pro Quadratmeter, in Stuttgart um die 16 und in München sogar 18 Euro. Und daran hat auch die Mietpreisbremse nichts geändert. Das sagt eine Studie, die der Berliner Mieterverein in Auftrag gegeben hat.

120 Euro weniger Miete

Frau Müller - ihren Namen haben wir geändert - ist in Berlin letztes Jahr in eine neue Wohnung gezogen. Und weil sie dringend eine neue Bleibe brauchte, hat sie den Preis zunächst akzeptiert: 545 Euro für 57 Quadratmeter. Eigentlich war ihr dieser Preis zu hoch. Mit Hilfe des Mietervereins hat sie sich schriftlich beschwert - und sich mit dem Vermieter auf einen neuen Preis geeinigt.

"Das hat dann auch gar nicht so lange gedauert, dann hat die Hausverwaltung einen Vergleich angeboten. Und den haben wir angenommen. Jetzt zahlen wir 120 Euro weniger."
Frau Müller

Doch Frau Müller ist da eine Ausnahme. Das sagt auch die Berliner Maklerin Sabine Speck: "Wir haben keinen Fall, wo sich ein Kunde aufgeregt hat oder das eingeklagt hätte. Im Gegenteil: Die waren alle froh, dass sie was gefunden haben." Das Problem bleibt also. Denn viele Mieter trauen sich nicht den Vermieter auf die Mietpreisbremse anzusprechen. Schließlich gibt es ja in großen Städten oft genügend andere Bewerber.

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