Einmal intensiv küssen, schon werden rund eine Million Mikroben ausgetauscht. Ohne, dass wir es merken oder auch sehen könnten. Denn diese Kleinstlebewesen sind für das bloße Auge unsichtbar. Der Mikrobenzoo in Amsterdam will das ändern und macht die kleinen Kreaturen sichtbar.

Zwei Drittel aller lebenden Materie auf der Erde sind unsichtbar. Denn sie sind Mikroben, also Bakterien, Pilze, Schimmel, Algen und Urtierchen. Diese Kleinstlebewesen sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Und mal ehrlich: Wer will schon diese kleinen, schmutzigen Lebewesen sehen wollen?

"We can't live without microbes. We really depend on them."

Aber Mikroben sichern unser Überleben. Sie helfen uns bei der Verdauung, schützen unsere Haut, sorgen für unser Immunsystem. Sie könnten auch wichtig sein für Zukunftstechnologien, zum Beispiel im Bereich der Energieerzeugung. Trotzdem weiß die Wissenschaft noch wenig über die Kleinstlebewesen. Schätzungsweise nur ein Prozent aller Mikroben ist überhaupt bekannt. Und außerhalb der Wissenschaft ist das Unwissen noch viel größer.

Das soll sich jetzt ändern. Der Mikrobenzoo in Amsterdam, der erste seiner Art, zeigt, wie Mikroben leben, sich ernähren und fortpflanzen. Mikroben sollen sichtbar werden unter dem Mikroskop, in Petrischalen, Videos und so weiter.

"I think 99 Percent of the microbes are still not yet known."

Der Zoo "Micropia" ist auch Museum und Labor. Im Labor werden die Mikroben kultiviert. Denn die kleinen Kreaturen haben eine Lebensspanne zwischen 12 Stunden und einer Woche. Bei der Kultivierung können die Zoobesucher zuschauen, denn das Labor ist einsehbar. Und keine Sorge, gefährliche Exponate, wie zum Beispiel das Ebola-Virus sind nur als Modelle ausgestellt.