Das Skelett des Dinosauriers Diplodocus Skinny soll verkauft werden. Tatsächlich lässt sich mit einem ordentlichen Knochenfund gutes Geld verdienen. Schnell geht das allerdings nicht. Die Aufbereitung ist super aufwändig.

In Paris sollte das Skelett eines etwa 155 Millionen Jahre alten Langhalssauriers der Gattung Diplodocus versteigert werden. Das Fossil war zeitweise im Terminal 5 des Londoner Flughafens Heathrow zu sehen.

Das zu 90 Prozent vollständige Skelett - es trägt den Namen Skinny - sollte der Schätzung des Auktionshauses zufolge für 1,2 bis 1,8 Millionen Euro verkauft werden. Das Mindestgebot von 1,2 Millionen Euro wurde bei der Auktion am 13.06.2019 allerdings nicht erreicht. Üblicherweise wird das Auktionshaus nun mit dem Verkäufer nachverhandeln und Skinny für einen niedrigeren Preis veräußern.

Idealerweise werde es an eine Privatperson verkauft, die es dann wiederum einem Museum zur Verfügung stellt, sagt Nils Knötschke, Präparator und wissenschaftlicher Leiter des Dinosaurierparks Münchehagen in Niedersachsen. Er schätzt, dass von der Gesamtheit der Tiere nur etwa fünf Prozent als archäologische Reste gefunden werden.

Einzigartig wie ein Kunstwerk

Ein solcher Fund sei grundsätzlich auch für Privatleute interessant, sagt Nils Knötschke, weil er einmalig und damit je nach Vollständigkeit auch mit einem einzigartigen Kunstwerk vergleichbar ist. Eine wissenschaftliche Sensation ist das aber nicht: Die Dinosaurier-Art ist schon relativ bekannt.

"Das ist eine relativ bekannte Art, relativ gut beschrieben. Ich finde es aber gut, wenn Knochen ausgegraben und der Wissenschaft zugänglich gemacht werden."
Nils Knötschke, Präparator und Wissenschaftler, Dinosaurierpark Münchehagen

Das Skelett, das nun bald versteigert wird, ist in den Bighorn Mountains im amerikanischen Bundesstaat Wyoming ausgegraben worden, ein typischer Fundort für versteinerte Dinosaurierknochen.

Um dort graben dürfen, pachten Interessierte das Land von Farmern und einigen sich darauf, wie potenzielle Gewinne aufgeteilt werden. Nils Knötschke sagt, die Sauriersuche sei durchaus ein Geschäftsmodell, das allerdings recht hohe Investitionen erfordere. Damit lasse sich keineswegs schnell Geld verdienen. Der Aufwand wird deutlich, wenn man sich den Ablauf vor Augen führt:

  • Knochen suchen
  • Knochen finden
  • aus dem Stein holen
  • Skelett aufbauen
  • Abgüsse für Vollständigkeit erstellen

Er nennt als Beispiel den Tyrannosaurus Rex Sue. Das vollständigste bisher gefundene T-Rex-Skelett. Zehn Wissenschaftler waren für über sechs Jahre mit der Präparation des Funds beschäftigt.

"Es ist ja nicht so, dass die Knochen einfach im Sand liegen."
Nils Knötschke, Präparator und Wissenschaftler, Dinosaurierpark Münchehagen

Hinweis: Unseren Text haben wir überarbeitet und ergänzt, weil das Skelett des Dinosauriers bei der Auktion in Paris nicht – wie angenommen – versteigert wurde. Das Gespräch mit Nils Knötschke wurde vor der Auktion am 13.06.2019 geführt (Stand 14.06.2019).