Im Handel sind kleine Solaranlagen zu kaufen, die sogar auf den Balkon eurer Mietwohnung passen. Was sie können, und wie ihr sie installiert, zeigt unser Check.

Obwohl die Förderung in den vergangen Jahren stark gekürzt wurde, haben sich große Solarmodule auf Dächern von Häusern durchgesetzt. In der Regel haben sie sich nach ein paar Jahren amortisiert. Was es in groß gibt, ist auch in klein erhältlich: Mini-Solarmodule für den Balkon, konzipiert für kleine Flächen. Wir machen den Check:

Welchen Zweck erfüllen kleine Solarmodule?

Kleine Solarmodule sind bis zu 1,5 Meter mal 1 Meter groß. Sie lassen sich zum Beispiel am Balkongeländer anbringen und mit dem Stromkreis in der Wohnung verbinden. Den Strom, den die Solarzellen erzeugen, können wir verwenden - er reicht zum Beispiel für den Betrieb eines effizienten Kühlschranks oder des Fernsehers.

Wie funktioniert die Montage?

  • Es gibt verschiedene Arten solch kleiner Solarpanels. Im einfachsten Fall haben sie einen Stecker für die Steckdose. So landet der erzeugte Strom im eigenen Stromkreis. Der Strom wird direkt verbraucht - eine Zwischenspeicherung per Batterie ist aber möglich.
  • Aufwändiger wird es dann, wenn auf dem Balkon keine geeignete Steckdose vorhanden ist. Dann muss man selbst eine legen oder den Elektriker rufen.
  • Wichtig ist zudem eine stabile Montage des Solarpanels an der Wand oder am Balkongeländer. Das Panel muss so sicher befestigt sein, dass es auch Stürme aushält. Löst es sich und fällt zum Beispiel aus dem vierten Stock, kann es Personen verletzten oder Autos beschädigen.

Was ist beim Verdrahten des Stromkreises zu beachten?

Im einfachsten Fall muss nur ein Stecker eingesteckt werden. Sollte das Panel nicht mit einem Schuko-Stecker kommen, muss in jedem Fall ein Fachmann gerufen werden, der die Elektroinstallation übernimmt.

So oder so müsst ihr sicherstellen, dass der Stromzähler für die Wohnung nicht rückwärts laufen kann - im schlimmsten Fall muss er ausgetauscht werden, was zusätzlich kostet.

Warum das so ist:

Sollte euer Panel mehr Strom erzeugen, als ihr verbraucht (was sehr unwahrscheinlich ist), wird Strom ins große Stromnetz eingespeist und der Zähler läuft rückwärts. Das ist aber nicht erlaubt. De facto fände in einem solchen Fall eine Stromeinspeisung statt, wie das bei den großen Solarmodulen auf dem Dach der Fall ist.

Sind die Mini-Solarmodule zugelassen?

Die Rechtslage ist schwierig. Einige solcher Solarmodule sind in Betrieb und von allen beteiligten Institutionen genehmigt. Wer sich eine Mini-Solaranlage anschaffen will, sollte vor dem Kauf beim Hersteller nachfragen, wie der Genehmigungsstatus für die Anlage ist. In manchen Fällen müsst ihr zusätzlich beim eigenen Stromnetzbetreiber um Erlaubnis fragen.

Kann ich Geld sparen?

Irgendwann ja. Produziert ein kleines Solarmodul zum Beispiel 200 Kilowattstunden pro Jahr, spart man bei 25 Cent Stromkosten 50 Euro im Jahr. Kostet das Modul 500 Euro, hat man den Anschaffungspreis nach zehn Jahren wieder drin.

Nur: Geht mal was kaputt und müsst ihr alleine 200 Euro für den Elektriker bezahlen, verzögert sich die Amortisierung direkt um einige Jahre. Die Panels sind also eher was für Liebhaber.

Schone ich die Umwelt?

Generell amortisieren sich Solarpanels energetisch relativ schnell - das heißt, sie haben nach einer gewissen Zeit mehr Strom erzeugt, als für ihre eigene Produktion nötig war. Von daher ist der Betrieb auch eines kleinen Solarpanels generell umweltschonend.

Wer die Umwelt allerdings als Hauptkriterium wählt, hat eine einfachere und effizientere Alternative: Einfach den Strom von einem Ökostrom-Anbieter beziehen.

Bin ich mit einer Mini-Solaranlage autark?

Nein. Die Leistung reicht nicht aus, um zum Beispiel Geräte wie einen Wasserkocher zu betreiben. Allerdings kann man die Solarmodule mit einer Batterie erweitern - dann läuft der Fernseher auch beim Stromausfall weiter.

Wenn ich Bock aufs Thema habe...?

…spricht nichts dagegen, das einmal auszuprobieren. Die Technik ist interessant. Und regelmäßig die Leistungskurve des Solarmoduls auf dem Tablet oder Handy zu verfolgen, macht bestimmt Spaß. Mit etwas Glück spart man am Ende sogar Geld.