FuckUpNights heißt eine neue Veranstaltungsreihe, bei der Betroffene vom Scheitern erzählen und offen sagen, was sie verbockt haben. Sie reden über schlechte Planung, teure Büromöbel und krachende Insolvenzen.

Silke hat sich gerade selbständig gemacht - und weiß nicht, ob ihre Geschäftsidee wirklich trägt. Natürlich will sie nicht scheitern, natürlich hofft sie auf Erfolg. Aber dass es auch schief gehen kann, das will sie zumindest nicht ausschließen. Deshalb ist Silke zur FuckUpNight gekommen, einem unterhaltsamen Abend über das Scheitern. "Vielleicht hilft es mir, den Mut zu haben, Fehler einzugestehen und Fehler zu machen", sagt Silke.

"Es ist in Deutschland sehr negativ besetzt, wenn man mit etwas scheitert."
Silke, Besucherin der FuckUpNight

Vier Vorträge, in denen vier Gescheiterte von ihren geschäftlichen Bruchlandungen erzählen - das ist das Programm an diesem Abend in der Garage Bilk in Düsseldorf. Eigentlich soll jeder nur eine Viertelstunde reden, aber es gibt so viele Nachfragen bei den Zuhörern, dass es deutlich länger wird.

Dabei wird schnell klar: Diejenigen, die da von ihren Misserfolgen erzählen, mussten sich von vielen Träumen und Hoffnungen verabschieden. Von der Idee, eine erfolgreiche App zu veröffentlichen - für die es dann aber nur Häme und Kritik gab. Vom Plan, ein Betahaus zu eröffnen - das nach einiger Zeit Insolvenz anmelden musste. Vom Traum, mit der Band eine erfolgreiche CD auf den Markt zu bringen - und dabei komplett am Publikumsgeschmack vorbei zu produzieren.

"Scheitern muss sich gar nicht so mies anfühlen - wenn man sich traut, die Erfahrung zu teilen."
Anne Hemmes, DRadio Wissen-Reporterin

Die Idee, sich in den FuckUpNights lustvoll zum eigenen Scheitern zu bekennen, stammt aus Mexiko. Ein paar Freunde saßen dort zusammen, philosophierten über das Leben und landeten irgendwann bei den eigenen beruflichen Misserfolgen. Der Abend blieb ihnen in guter Erinnerung - und so realisierten sie einfach ihren nächsten Traum: Aus dem Reden über das Scheitern eine Veranstaltungsform zu machen. Bisher durchaus erfolgreich, wie der Export der Idee nach Deutschland beweist.