Bye Bye 3G! Das Netz wird Mitte 2021 nach 17 Jahren endgültig abgeschaltet. Wer ein altes Smartphone hat und mehr als Nachrichten schreiben möchte, sollte sich deshalb Gedanken über den Wechsel auf ein neueres Model machen.

Zum 30. Juni werden die beiden großen Netzanbieter Telekom und Vodafone ihre 3G-Netze abschalten. Im Halbjahr darauf wird auch O2 noch folgen. Laut der Bundesnetzagentur sind derzeit in Deutschland noch 48 Millionen SIM-Karten in Umlauf, die nicht dem aktuellen Standard, nämlich 4G beziehungsweise LTE, angepasst sind. Nach zehn Jahren 4G-Standard traue man sich den Schritt dennoch zu, sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andi Noll.

"Das vor zehn Jahren eingeführte 4G ist jetzt auch schon so lange Standard bei den Handys und so weit verbreitet, dass man sich diesen Schritt nun traut."
Andi Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Wer seine alten SIM-Karten oder Handys trotzdem noch benutzen möchte – oder Eltern hat, die das gerne möchten – wird zwar über das weiter bestehende 2G-Netz telefonieren und SMS schreiben können, surfen wird dann allerdings kaum mehr möglich sein.

Versorgungsvertrag ist mit 3G nicht einzuhalten

Mehr als 50 Milliarden Euro hatten die Netzbetreiber im Jahr 2000 für die Frequenzen bezahlt. Dass das 3G-Netz dennoch abgeschaltet werden soll, liegt nicht nur daran, dass die Netzbetreiber damit Betriebskosten sparen, sondern auch am Versorgungsvertrag, der in Deutschland geregelt ist.

Denn die Bundesnetzagentur verlangt mittlerweile eine Versorgung mit Mobilfunkgeschwindigkeiten, die ein 3G-Netzwerk gar nicht mehr leisten könnte. Denn das Netz schafft maximal 42 Mbit/s, in der Praxis sogar oft noch weniger.

"Die Bundesnetzagentur verlangt inzwischen eine Versorgung mit Mobilfunkgeschwindigkeiten, die mit dem 3G-Netz gar nicht zu leisten sind."
Andi Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Mit der Abschaltung von 3G können nun die freigewordenen Frequenzen für 4G und auch das neue 5G genutzt werden.

5G zunächst nur für die Industrie relevant

Bis 2025 möchte die Deutsche Telekom 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche mit 5G versorgt haben. Das Netz verspricht ein mindestens zehnmal schnelleres Surfen als mit dem jetzigen 4G-Netz möglich ist. Auch die Reaktionszeiten sollen kürzer sein. Eine größere Bedeutung wird 5G allerdings für die Industrie spielen, um dort die Vernetzung in den Fabriken und Logistikketten um ein Vielfaches zu verbessern.

"Für Whatsapp reicht es aus"

Wer ein Handy oder eine SIM-Karte hat, die nicht 4G kompatibel ist, muss nun abwägen, sagt Andi Noll. Viele Betreiber empfehlen einen Umstieg auf 4G schon alleine für das Telefonieren, da die Sprachqualität in den neuen Netzen besser sei. Das hält Andi Noll aber nicht für nötig.

Wer in passabler Geschwindigkeit über das Handy surfen möchte, könnte theoretisch 2G nutzen, das mit einer Netzabdeckung von 99 Prozent so gut wie überall in Deutschland verfügbar ist. Das reicht zumindest noch für Messengerdienste wie Whatsapp aus. Wer Filme oder aufwendigere Seiten aufrufen möchte, sollte sich doch überlegen, auf ein neueres Smartphone-Modell umzusteigen.

"Für Whatsapp reicht das wohl aus, aber aufwendige Seiten oder Videos sind damit tabu. Entscheiden muss das am Ende jeder selbst."
Andi Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter