O2 gehört dem Mobilfunk-Konzern schon, jetzt reißt sich Telefónica auch E-Plus unter den Nagel. Das bedeutet: Viel weniger Konkurrenz auf dem deutschen Mobilfunk-Markt.

Die EU-Kommission hat entschieden: Der Mobilfunk-Konzern Telefónica mit der Marke O2 darf seinen Konkurrenten E-Plus übernehmen. Mehr als acht Milliarden Euro wird der Deal kosten. Durch die Fusion entsteht ein neuer großer Mitbewerber auf dem deutschen Mobilfunk-Markt. Zu Teléfonica gehören dann O2, Fonic, Base und Simyo. Konkurrenten sind nur noch Telekom und Vodafone.

Weniger Anbieter bedeuten höhere Preise

Ob E-Plus mit seinem alten Netz so wertvoll ist, scheint fraglich. "Aber es ist verdammt teuer, so ein Mobilfunknetz auszubauen", sagt Benjamin Hammer aus der Deutschlandradio-Wirtschaftsredaktion. In den letzten Jahren gab es 2G, 3G, aktuell ist 4G. Und die Mobilfunkanbieter wollen weiter expandieren und schnelleres Internet für Smartphones anbieten. Allein diese Lizenzen kosten Milliarden.

"Die kleineren Anbieter O2 und E-Plus haben größere Probleme, sich den Netzausbau leisten zu können und meinen: Wenn sie sich zusammentun, können sie besser gegen Telekom und Vodafone bestehen."
Deutschlandradio-Wirtschaftsredakteur Benjamin Hammer über den Telefónica-E-Plus-Deal

Die Gefahr besteht nun, dass die Preise für die Tarife steigen werden. "Das ist eine ganz klassische Ökonomen-Regel", sagt Benjamin, "weniger Anbieter bedeuten höhere Preise." In Österreich ist das vor ein paar Jahren genau so passiert: Aus vier Anbietern wurden drei, die Preise sind stark gestiegen. Die EU-Kommission argumentiert aber, das O2 und E-Plus nun gemeinsame Sache gegen Vodafone und die Telekom machen und Druck aufbauen würden."