In modernen Autos ist wahnsinnig viel Technik verbaut. Und diese Technik nimmt uns Fahrern immer mehr ab. Nur… wenn die Autos doch ohnehin alles für uns machen… wofür brauchen wir dann eigentlich noch einen Führerschein? 

Sie piepen, wenn wir zu nahe auffahren, bremsen selbständig oder wechseln sogar die Spur. Das alles ist schon nah dran am selbstfahrenden Auto – oder entwickelt sich zumindest immer mehr in diese Richtung. Der Führerschein wird aber trotzdem erst mal nicht wegfallen, sagt Dominik Schottner. Er wird sich allerdings verändern müssen, sagen Fahrlehrer, Forscher und Lobbyisten. 

"Der Mensch bleibt erstmal die letzte Instanz."
Dominik Schottner, Deutschlandfunk Nova

Piloten etwa müssen eine lange und teure Ausbildung hinter sich bringen, obwohl Flugzeuge heute schon ziemlich viel alleine können. Das zeigt aber: In kritischen Situationen kommt es eben doch auf den Menschen selbst an. 

Entscheidungsgewalt im Cockpit

Herr oder Frau der Lage kann man nicht sein, wenn man nicht weiß, wie ein Flugzeug – oder eben Auto – und die entsprechenden Verkehrsregeln dazu funktionieren. 

Die Anforderungen an Fahrschüler und Fahrprüfungen wurden nicht wirklich an den technischen Fortschritt angepasst, sagt Dominik. Fahrstunden, Theorie- und Praxisprüfung laufen im Prinzip noch so ab wie vor 20, 30 Jahren. Neu sind lediglich die Hinweise auf die im Auto verbaute Technik.

"Mit dem technischem Schnickschnack solltet ihr natürlich umgehen können, gerade wenn ihr mehr in Richtung Carsharing denkt."
Dominik Schottner, Deutschlandfunk Nova

Unsere Gesetze zwingen die Fahrschulen nicht, den Umgang mit den neuen Technologien zu lehren. Manche machen es aber trotzdem. Das birgt aber auch Gefahren. 

"Es macht wenig Sinn, wenn der Fahrschüler nur noch mit Parkassistent einparken kann – und dann kriegt er Mamas uralten Fiesta hingestellt."
Claudia Zink, Geschäftsführerin der Fahrschule M1 aus München

Der umgekehrte Fall: Die Fahrschule lehrt nur die Basics und dann überlässt Papa dem Neulingen seinen dicken Audi A8, der im Prinzip schon alles alleine kann. 

Autofahren: ein hochkomplexer Vorgang

In der Realität werden Autofahrer am Steuer mit diversen Informationen zugemüllt, die sie verarbeiten müssen:  Verkehr, Navi, Radio, Mitfahrer, Gedanken, Gefühle, Assistenzsysteme. Grundsätzlich ist beim Autofahren eine Grundanspannung wichtig.

"Wir brauchen ein optimales Anforderungsniveau, um uns für das zu interessieren, was wir da gerade tun. Wenn es ereignisarm ist, dann passiert genau das: Wir lenken uns ab."
Tobias Ruttke, Verkehrspsychologe an der Uni Jena

Während des Autofahrens lesen, schlafen und Filme gucken klingt also im ersten Moment nach einer schönen Idee – ist aber Murks. Das sagen auch die Führerschein-Experten: Autonom fahrende Autos sind mit dem aktuellen Führerschein nicht zu vereinbaren.