Die Fastenzeit hat begonnen. Der Verzicht auf Süßigkeiten, Fleisch oder Zigaretten sind die Klassiker. Aber geht es nicht auch ein bisschen moderner? Wie wäre es zum Beispiel mit digitalem Verzicht oder den nächsten Kaffee nicht aus dem Pappbecher zu trinken?

Ein großes Thema, sagt unsere Reporterin Anke van de Weyer, ist das digitale Fasten - auch 'digital detox' genannt.

"Entweder der komplette Verzicht auf soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook, Instagram. Oder die Lightversion: Die Apps vom Handy runter schmeißen und nur noch per Browser und zu bestimmten Zeiten checken."
Anke van de Weyer, DRadio Wissen

Dann gibt es auch noch das Nachrichtenfasten, das geht in verschiedenen Varianten: Entweder gar keine Nachrichten mehr konsumieren, oder nur noch einmal am Tag. Das funktioniert natürlich auch mit Mails, sagt Anke: "Die werden nur noch ein- oder zweimal am Tag gecheckt und beantwortet."

"Die Hardcoreversion davon ist natürlich: Das Smartphone wird bis Ostern komplett verbannt und durch ein Handy ersetzt, das nur telefonieren und SMS schreiben kann. Oder man hat gar kein Telefon mehr."
Anke van de Weyer, DRadio Wissen

Die Idee dahinter ist, das Grundrauschen zu reduzieren, dem wir uns den ganzen Tag bewusst oder unbewusst aussetzen. Ständig werden wir mit richtig viel Kram zugeballert, der meistens eh komplett irrelevant ist.

Umweltbewusster leben

Die Fastenzeit ist aber auch eine gute Zeit, um den eigenen Konsum zu hinterfragen: Wie kann ich Plastikmüll vermeiden? Müssen die Coffe-To-Go-Becher jeden Tag wirklich sein? Eine Studie der Deutschen Umwelthilfe sagt:

"In Deutschland werden pro Stunde 320.000 Coffee-To-Go Becher verbraucht. 2014 haben die Deutschen im Schnitt ungefähr acht Liter Kaffee pro Jahr aus Pappbechern getrunken. Das sind im Schnitt über 26 Becher."
Anke van de Weyer, DRadio Wissen

Das ist zu viel und der Müll ein Riesenproblem für die Umwelt. Die Münchener Autorin Anneliese Bunk gibt auf plastikfasten.info Inspirationen, wie man Plastik im Alltag reduzieren oder komplett verbannen kann. Zum Beispiel beim Einkaufen auf Plastiktüten verzichten und stattdessen einen Stoffbeutel benutzen. "Es geht dann aber auch um Themen wie Kosmetik. In manchen Peelings zum Beispiel ist Mikroplastik drin. Das sind Plastikteile, die sind so klein, dass sie nicht einmal in Filtern in Kläranlagen hängen bleiben", sagt Anke.

Autofasten

Grünen-Politiker und die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks schlagen zum Aschermittwoch das Autofasten bis Ostern vor. Oldag Caspar vom Umweltverband Germanwatch findet den Vorschlag insofern gut, dass dadurch die Menschen zum Nachdenken darüber angeregt werden, ob sie wirklich das Auto nutzen müssen oder auch mal stehen lassen können.

"Mit dem Autofasten könne wir vielleicht ein kleines Zeichen setzen in Deutschland: 'Hey, wir sind bereit aufs Auto zu verzichten, Auto fahren ist eine der ungesündesten Tätigkeiten, die man überhaupt machen kann - für mich und andere Menschen. Deswegen würden wir uns freuen, wenn die Politik mal andere Bedingungen schafft - auch auf dem Land.'"