Der Riesenstern Beteigeuze im Sternbild Orion schwächelt. Dass er dunkler wird, könnte bedeuten, dass er bald explodiert. Wenn das tatsächlich passiert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese Supernova beobachten können, nur leider sehr gering. "Bald" kann nämlich zigtausend Jahre heißen.

Beteigeuze ist derzeit so dunkel wie noch nie. Dass der Stern dunkler wird, ist aber zunächst einmal nichts, was unbekannt wäre, erklärt Astrophysiker Michael Büker. Denn der Riesenstern ist ein variabler Stern. Das heißt: Seine Helligkeit variiert über Tage und Wochen gesehen immer wieder – und das schon seit vielen Jahren.

"In diesem Stern geht möglicherweise eine tiefgreifendere Veränderung vor sich."
Astrophysiker Michael Büker über den Stern Beteigeuze

Trotzdem war Michael Büker ganz schön baff, als er um Weihnachten herum das erste Mal die Nachricht vom Verblassen des Sterns hörte. Die Abschwächung ist nämlich viel stärker geworden. Und das bedeutet: Es könnte gerade eine tiefgreifende Veränderung vor sich gehen.

Ein Pfeil markiert den Stern Beteigeuze in einer grafischen Darstellung des Sternbilds Orion
© imago/Science Photo Library | Bearbeitung DLF Nova

Die Astronomen versetzt das in helle Aufregung, weil bekannt ist, dass Beteigeuze ein Stern ist, der in absehbarer Zeit explodieren könnte. Vielleicht steht also eine Supernova bevor.

Beteigeuze könnte in einer Supernova aufgehen

Wenn das stimmt, dann würden im Kern des Sterns schnelle Veränderungen stattfinden, die zu einem riesigen Energieausbruch führen und den Stern von innen heraus zerfetzen würden. Das Leuchten dieser Explosion könnten wir dann einige Tage oder Wochen lang mit bloßem Augen von der Erde aus sehen. Das wäre so hell wie sonst nur der Vollmond, erklärt Michael Büker.

"Mit nur wenigen Hundert Lichtjahren ist Beteigeuze so nah an der Erde, dass man dieses Leuchten auf der Erde sehr sehr deutlich sehen würde."
Michael Büker, Astrophysiker

Die Chance, so etwas zu beobachten, haben Menschen auf der Erde nur alle paar Hundert Jahre. Gefährlich wäre das nicht, einfach nur wunderschön. Tatsächlich würden aber auch Teilchen die Erde erreichen, die durch die Explosion freigesetzt würden – vor allem sogenannte Neutrinos. Physiker reiben sich schon die Hände, denn sie könnten diese Neutrinos und auch das Licht messen und daraus Rückschlüsse auf die Vorgänge bei einer solchen Supernova ziehen.

Bis zu einer Explosion könnte es noch lange dauern

Allerdings: Dass wir in den Genuss kommen, diese Supernova zu beobachten, ist mehr als fraglich. Denn die Uhren in der Astronomie ticken anders. Wenn Astronomen von "demnächst" sprechen, dann meinen sie meistens einige Tausend bis Zehntausend Jahre. Manche Forscher sagen auch, dass die Abschwächung gar nicht so besonders ist.

Auf der anderen Seite: Wir wissen noch so wenig über Supernovae, dass es zumindest nicht auszuschließen ist, dass es doch bald passieren könnte. Behaltet diesen Stern also besser mal im Blick ...