Die vereisten Pole des Mondes sind für die Wissenschaft extrem spannend, aber sie sind auch gefährdet. Mehrere Missionen sollen das Eis untersuchen. Nun stellt sich die Frage: Wie bleiben die Proben trotz der vielen Besucher rein?

Auf dem Mond gibt es Eis, vermutlich ist es gefrorenes Wasser, das dünn in der obersten losen Gesteinsdecke des Mondes verstreut ist. "Ob es auch in tieferen Schichten des Mondes vorkommt, weiß man nicht", sagt Astrophysiker Michael Büker. Forschende gehen auch davon aus, dass es sich vor allem in Kratern am Nord- und Südpol des Mondes gesammelt hat. Dort ist es sehr kalt und vermutlich liegt dort in sehr kleinen Körnchen verstreutes Eis.

"Wenn man in so einem Krater landet, wirbelt man viel von dem Material auf, was da schon liegt."
Michael Büker, Astrophysiker

Bisher ist dieses Eis noch von Menschen unberührt, aber in den kommenden Jahren sind mehrere Missionen geplant, die genau dieses Eis an den Polkappen erforschen sollen. Geologinnen und Geologen wollen es genauer untersuchen, um daraus möglicherweise auch Erkenntnisse über die Geschichte des Wassers auf der Erde zu gewinnen. "Aber zum Anderen möchte man dieses Eis auch sehr praktisch nutzen, denn es ist nützlich, um daraus Wasser zu gewinnen", erklärt Michael Büker.

Trinkwasser, Sauerstoff, Treibstoff für Raketen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, es zu nutzen: Einerseits könnte man das Wasser eventuell trinken, andererseits könnte man Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten. Dann hätten Menschen auf dem Mars etwa Sauerstoff zum Atmen. Und möglicherweise könnte mithilfe des Wassers auch Raketentreibstoff hergestellt werden – ein Aspekt, der für Forschende bei der Planung von Weltraummissionen ein großes Problem darstellt. Denn Wasser und alles, was Wasser enthält, ist schwer. Und bei Missionen in den Weltraum spielt jedes Gramm eine Rolle.

"Der größte Verlust sind Informationen über die Geschichte des Sonnensystems."
Michael Büker, Astrophysiker

Die Sorge, die nun besteht ist, dass durch die geplanten Missionen das existierende Wasser verunreinigt werden könnte. Oder dass durch landende Raketen oder Raumkapseln Wasser von der Erde auf dem Mond verbreitet wird. Das Problem: Wenn Wasser, das bereits mit Menschen Kontakt hatte, auf dem Mond verteilt würde, dann könnte das die geologische Aussagekraft von Mondeisproben verzerren.

Gesteins- oder auch Wasserproben vom Mond sind für Geologen und Geologinnen so interessant, weil es dort – anders als auf der Erde – keine Witterung gibt. Forschende erhoffen sich dort Informationen über die Entstehung unseres Sonnensystems vor Millionen von Jahren.