Eine überraschende Erkenntnis wird Nepal wohl nicht gewinnen. Trotzdem bestimmt das Land erneut die Höhe des Mount Everest - einfach, weil es geht.

Nepal will den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde, erneut vermessen. Nicht, dass das nicht schon ein paar Mal gemacht wurde - aber es kann ja nicht schaden.

Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent Jürgen Webermann vermutet hinter dem Vorhaben den Wunsch nach Prestige: "Ich glaube, Nepal will zeigen, dass es das kann." Wichtig zu wissen: China hat den Mount Everest auch schon mal vermessen, allerdings ohne das mit Nepal abzusprechen, was Nepal den Chinesen ein bisschen übel genommen hat.

Plattenverschiebungen sorgen für Höhenveränderungen

Eine Notwendigkeit, die exakte Höhe des Mount Everest zu kennen, gibt es nicht. Allerdings ist der Mensch ja von Natur aus neugierig, und dann ist der Mount Everest auch noch einer der berühmtesten Berge der Welt, wenn nicht sogar der berühmteste. So oder so: Eine Vermessungsaktion sorgt für Aufsehen.

Tatsächlich aber geht es nicht nur darum, eine bisherige Messung einfach nur zu bestätigen oder zu widerlegen. Denn:

  • Die eurasische und die indoaustralische Platte schieben sich zusammen, was auch die Höhe der Berge im Himalaya beeinflussen könnte. Ein Update in Sachen Everest-Höhe ist also auch in dieser Hinsicht interessant.
  • Hinzu kommt: Jede Messung unterliegt Unsicherheiten. Eine von ihnen ist die Schnee- und Eishöhe auf dem Gipfel, die schwierig zu bestimmen ist, bei der eigentlichen Höhe des Berges aber nicht berücksichtigt werden soll. Je öfter gemessen wird, desto geringer wird diese Unsicherheit.
Der Vulkan Mauna Kea auf Hawaii
© dpa
Der Vulkan Mauna Kea auf Hawaii wird als höchster Berg der Erde angesehen, wenn die Bezugshöhe nicht die Meeresoberfläche, sondern der Meeresgrund ist. Bei dieser Betrachtung ist der Mauna Kea vom Fuß bis zum Gipfel über 10.000 Meter hoch.

Bei einer der letzten Messungen des Mount Everest im Jahr 2004 hat ein europäisches Team 8852 Meter gemessen bei einer Schneehöhe von 2,85 Meter bis 3,70 Meter. Die Forscher haben dann die maximale Schneehöhe von 3,70 Meter abgezogen und kamen auf 8848 Meter. Damit wurde die Höhe bestätigt, die bis damals und heute allgemein als korrekt gilt.

Nepal will die Höhe nun erneut bestimmen und schickt auch ein Expeditionsteam auf den Gipfel. Heimspiel sozusagen.

Everest bleibt höchster Berg - auf jeden Fall

Egal, welche Höhe bestimmt wird: Eine riesige Überraschung wird es wohl nicht geben. Seit dem 19. Jahrhundert bewegt sich die ermittelte Höhe in der Größenordnung 8840 bis 8850 Meter. Damit bleibt der Everest zweifelsfrei der höchste Berg. Damit er das nicht mehr wäre, müssten sich die Forscher all die Jahre um über 200 Meter verrechnet haben. Der K2, der zweithöchste Berg der Erde, wird mit 8611 Meter beziffert.

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