Ein ungewöhnlicher Schönheitswettbewerb in Istanbul: Gesucht wird innerhalb der syrischen LGBT-Community "Mr. Gay Syria". In Eine Stunde Liebe sprechen wir mit dem Mann, der die Idee dazu hatte. Und mit der Frau, die darüber einen Dokumentarfilm gedreht hat.

"In Syrien wäre so ein Schönheitswettbewerb unmöglich, wir könnten dafür ins Gefängnis kommen."
Mahmoud Hassino, LGBT-Aktivist

Die Idee, einen syrischen Teilnehmer zum "Mr. Gay World" zu schicken, hatte Mahmoud Hassino schon lange. In Syrien arbeitete er als Journalist und outete sich 2006 auf seinem Blog öffentlich. Hassinos Familie und Freunde sind mit seiner Homosexualität offen umgegangen, er hatte keine Probleme. Dabei stehen in Syrien drei Jahre Haft darauf, offen schwul zu leben.

"Nach dem Krieg in Syrien ging es mir darum, eine Stimme für die LGBT-Community zu finden. Jemand, der uns und unsere Probleme in die Öffentlichkeit bringt."
Mahmoud Hassino, LGBT-Aktivist

2016 machte sich Hassino in Istanbul auf die Suche nach Mr. Gay Syria und wurde von der türkischen Dokumentarfilmerin Ayse Toprak begleitet. In "Eine Stunde Liebe" erzählen beide von ihrer Erfahrungen beim Dreh, dem entstandenen Film, von den fünf Teilnehmern des Wettbewerbs, bei dem es eben nicht um Schönheit geht.

"Viele wollen die syrischen LGBT zu Opfern machen, aber sie wehren sich dagegen, machen was aus ihrer Zukunft. Das hat mir viel über das Leben beigebracht."
Ayse Toprak, Dokumentarfilmerin

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