Wie lassen sich Begriffe aus dem US-Hip-Hop ins Deutsche übersetzen - zumal, wenn sie aus den 70er Jahren stammen, als es in Deutschland noch überhaupt keine HipHop-Szene gab? Falk Schacht kämpft im Moment mit diesem Problem.

Fett? Heftig? Deftig? Oder doch lieber: krass? Falk Schacht stellt sich solche Fragen nach sprachlichen Feinheiten im Moment öfter. Der Musikjournalist und Lehrbeauftragte der Leuphana Universität Lüneburg ist nämlich gerade an der Übersetzung der amerikanischen Graphic Novel "Hip Hop Family Tree" beteiligt - eine Art Lexikon, in dem die vielfältig verzweigten Beziehungen der Akteure im Hip Hop der 1970er Jahre dargestellt werden.

"Wortwörtliche Übersetzungen aus dem Amerikanischen ins Deutsche gibt es im HipHop-Slang nicht."
Falk Schacht, Übersetzer des "Hip Hop Family Tree"

Damals, vor 40 Jahren, gab es aber gar keine entsprechende deutsche Szene - und dementsprechend auch keine deutschen oder eingedeutschten Begrifflichkeiten. "Wir benutzen deshalb den deutschen HipHop-Slang der neunziger Jahre, um ein eins-zu-eins-Gefühl zu erzeugen und der Story ein leicht verstaubtes Gefühl zu geben", sagt Falk Schacht.

Ganz generell sei HipHop ein Sprachlabor, in dem ständig neue Slangs erfunden werden. Davon lebe die Szene, stellt Falk Schacht fest.