Weil Frauen einen Streik für bessere Arbeitsbedingungen organisierten, haben sie ihren Job verloren. Das haben sie sich nicht bieten lassen und haben dafür Prügel bezogen. In den Skandal um Arbeitnehmerrechte ist auch Lidl verwickelt.

In der Textilfabrik Fu Yuen Garment Co. Ltd. in Myanmar hatten 30 Arbeiterinnen vor knapp zwei Monaten zu einem Streik aufgerufen. Sie haben bessere Arbeitsbedingungen gefordert, wovon die meisten von dem Unternehmen inzwischen auch erfüllt werden. Doch die Firmenleitung weigert sich, die 30 Frauen wieder einzustellen, die den Streik organisiert hatten. 

Mit Schlägertrupps gegen Arbeiterinnen

Doch die Frauen haben nicht nachgegeben und vor der Fabrik ein Camp aufgeschlagen und für ihre Wiedereinstellung demonstriert. Bezahlte Schläger haben die Frauen angegriffen. Dabei sind 27 Frauen verletzt worden. Sechs von ihnen sollen ernsthafte Verletzungen davon getragen haben. 

Als Bewohner der Umgebung Stöcke und Steine auf die Fabrik geworfen und Arbeiterinnen der Fabrik angegriffen hätten, ist die Polizei eingeschritten.

Lidl in der Verantwortung

Der deutsche Discounter Lidl lässt in der Fabrik Textilien fertigen. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt Lidl, gemeinsam mit einem Geschäftspartner die Fabrikleitung zu einer Stellungnahme aufgefordert zu haben. Auf deren Basis würde Lidl dann eine interne Bewertung vornehmen und gegebenenfalls "Maßnahmen ableiten".

Inzwischen fordert die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast Lidl auf, seine Fertigung in der Fabrik "umgehend zu stoppen", bis die Vorfälle geklärt seien. Lidl müsse sich vor Ort selbst sachkundig machen und dabei auch die betroffenen Frauen anhören. Lidl ist Mitglied im Textilbündnis. Deshalb müsse auch Lidl sicherstellen, dass Menschenrechtsverletzungen in dessen Produktionskette ausgeschlossen seien, so Künast.

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Renate Künast und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt haben Ende August eine Textilfabrik in Myanmar besucht. Sie fordern: Bezahlung höher als Mindestlohn, anständige Arbeitsbedingungen, keine Kinderarbeit und Sicherheit in den Fabriken.

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In der Textilfabrik Fu Yuen Garment arbeiten nach Polizeiangaben rund 1200 Frauen und 100 Männer. Vor zwei Jahren haben sich die Beschäftigten organisiert. Sie protestierten gegen die hohen Temperaturen am Arbeitsplatz, zu kurze Toilettenpausen und Misshandlung durch Vorgesetzte. 

In Myanmar ist die Textilindustrie in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Der Umsatz 2017 beträgt mehr als zwei Milliarden Dollar. Die meisten der rund 400.000 Beschäftigten in der Branche sind Frauen.

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