Die Ermittlungen im Mordfall Walter Lübcke gehen weiter. Zugleich erhalten Lokalpolitiker Morddrohungen: Zu ihnen gehören Henriette Reker und Andreas Hollstein. Beide waren schon Opfer gewaltsamer Attacken durch rechte Täter, berichtet Meike Rosenplänter aus unserer Nachrichtenredaktion.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Andreas Hollstein, Bürgermeister von Altena im Sauerland, haben Morddrohungen erhalten. Weitere Politiker sollen ebenfalls bedroht worden sein.

Aus diesem Grund habe das Landeskriminalamt in Berlin die Ermittlungen übernommen, so Meike Rosenplänter aus unserer Nachrichtenredaktion. Die offizielle Bestätigung steht noch aus. Auch, ob es einen Zusammenhang zu dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gibt, ist bislang unklar, sagt Meike.

"Ob ein Zusammenhang zu dem Mord an Walter Lübcke besteht, ist noch unklar."
Meike Rosenplänter, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Dass kurz nach der Ermordung Walter Lübckes Lokalpolitiker wie Henriette Reker, Andreas Hollstein und andere Morddrohungen erhalten, ist auffällig.

Rechte Hochburg Dortmund

Nach Aussagen des Sachverständigen im NSU-Untersuchungsausschuss, Joachim F. Tornau, deuten die bisherigen Erkenntnisse daraufhin, dass Dortmund bundesweite die Hochburg einer militanten gewaltbereiten Rechten sei.

Henriette Reker und Andreas Hollstein waren beide bereits Opfer von gewalttätigen Angriffen. Henriette Reker wurde 2015 von dem Rechtsextremisten Frank S. attackiert.

Rechtsextreme Gewalttat

Frank S. hatte einen Tag vor der Oberbürgermeister-Wahl Henriette Reker ein Messer zehn Zentimeter tief in den Hals gerammt. Danach verletzte er vier weitere Menschen - zum Teil schwer.

Henriette Reker überlebte knapp. Frank S. sagte später aus, er habe gegen die aus seiner Sicht verfehlte Flüchtlingspolitik der Rekers protestieren wollen.

Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein, nach dem Attentat auf ihn
© dpa-Bildfunk
Andreas Hollstein wurde 2017 mit einem Messer angegriffen.

Auch der Bürgermeister Andreas Hollstein war bereits Opfer einer Attacke. Im November 2017 war er von einem 56-Jährigen mit einem Messer angegriffen und verletzt worden. Er hatte ein Messer gegen den Hals Hollsteins gehalten und ihn leicht verletzt. Der Täter soll sich abfällig über Hollsteins liberale Flüchtlingspolitik geäußert haben.

Altena steht für Integration

Altena ist bekannt dafür, dass die Stadt mehr Flüchtlinge aufnimmt als sie müsste. Im Mai 2017 war Altena deshalb von Angela Merkel mit dem Nationalen Integrationspreis ausgezeichnet worden.