Schon vor der Wiedervereinigung kann DDR-Geld in Westmark getauscht werden. 620 Millionen DDR-Geldscheine kamen dabei zusammen - oder 3.000 Tonnen Scheine, Sparbücher und Schecks. Aber wohin mit dem ganzen Papier?

Verbrennen wäre sicher eine gute Idee gewesen, aber dafür gab es keine Kapazitäten, hieß es damals. Also brachte man die Scheine in eine Stollenanlage im Harz, übergoss sie mit Buttersäure, schüttete Kies drauf und verbarrikadierte sie hinter Betonmauern und Stahltüren.

Klappe zu, Affe tot?

Nach Meinung der Experten würde das Geld in kürzester Zeit verrotten und nur noch ein kläglicher Rest bedeutungsloser Papierreste übrig bleiben. Außerdem war das Stollensystem in den Thekenbergen im Harz so groß und verzweigt, dass man ohne genau Kenntnis nach wenigen Schritten verloren war. Damit war die Sache für die Experten gegessen.

1995 wurde der Stollen dann ein privates Unternehmen verkauft. Die KfW-Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau) hat die Verantwortung für dieses Geld von der Staatsbank übernommen. Von dem alten DDR-Geld konnte nichts mehr übrig sein, da war man sich einig. Nur der Gerd Kugler, der Sicherheitschef der KfW, war sich da nicht ganz sicher.

Und dann passierte es: ab 2001 tauchten auf Sammlerbörsen immer mehr Geldscheine auf. 200- und 500-Mark-Schein aus der DDR in druckfrischer Qualität. Manche davon mit ziemlich üblem Gestank. Aber wo kamen die her? Kugler hatte einen Verdacht, machte sich auf die Suche und fand schließlich ein Loch in der Betonmauer, hinter der die Scheine verbarrikadiert waren. Doch auch damit ist die Geschichte längst nicht zu Ende...

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