Online-Shops machen Klamotten einkaufen so bequem wie nie zuvor. Doch die Hälfte aller Sendungen wird wieder zurückgeschickt. Der Grund: Sie passen oft nicht. Denn Konfektionsgrößen sind nicht immer gleich und schon gar nicht individuell. Soll ein Kleidungsstück richtig sitzen, bleibt nur die Maßanfertigung.

Online-Shopping ist nicht nur Corona-freundlich, sondern auch ziemlich bequem: Keine langen Schlangen vor den Umkleiden, keine Wartezeiten an den Kassen. Dafür landen aber viele Kleidungsstücke bei uns zu Hause, die nicht passen - und dann geht vieles wieder zurück.

Maßanfertigungen: Size-Inclusive und nachhaltiger

Das ist nicht nur eine Belastung für die Umwelt, sondern kann auch ziemlich frustrierend sein. Konfektionsgrößen der verschiedenen Modeunternehmen bewegen sich auf einem breiten Spektrum. Was normalerweise passt, kann im nächsten Shop wieder viel zu groß oder zu klein sein.

Maßanfertigungen passen genau und werden nur auf Anfrage produziert. Das kann eine Menge Müll sparen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer. Denn hierbei wird Kleidung nicht massenweise produziert, die am Ende dann doch niemand kauft wird.

"Konfektionsgrößen sind tatsächlich oft Quatsch. Denn sie sind nicht standardisiert und bieten deswegen nur sehr unverbindliche Richtwerte."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das liegt vor allem daran, dass die angegebenen Konfektionsgrößen keine standardisierten Richtwerte sind – und somit auch nicht verlässlich. Deshalb gibt es immer mehr Labels, die auf die herkömmlichen Angaben verzichten. Ein Label aus Österreich gibt etwa statt einer Konfektionsgröße einer Hose den Bundumfang an.

Ehrlich währt am längsten- auch beim Ausmessen

Damit solche Klamotten aber auch wirklich passen, gilt: Ehrlichkeit beim Ausmessen! Wer seinen Bauch beim Abmessen einzieht, hat von dem Ergebnis später wenig. Eine schnelle Methode, um die richtigen Maße zu bekommen: Das Lieblingsteil schnappen und dort die Maße abnehmen. Dann braucht es auch keine zweite Person, die helfen muss.

"Maßanfertigungen sind in der Herstellung natürlich komplizierter, weil nicht nach Standard-Schnittmustern genäht wird. Das bedeutet leider häufig auch, dass sie nicht so günstig sind."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Immer mehr Labels bieten maßgeschneiderte Kleidungsstücke an. Meist sind das kleinere Labels, die generell eine niedrigere Stückzahl produzieren. Die Herstellung nach Maß ist aufwändiger als nach Standard-Schnittmustern. Das bedeutet aber auch, dass diese Kleidung mehr kostet. Auch wenn es nicht Haute Couture-Preise sind, liegen sie doch deutlich höher als im Sweatshop.

Kleider, Hosen und Jacken gehen bei rund 170 Euro los

Je nach Material und Schnitt verändert sich auch der Preis. Einfache Oberteile und Röcke gibt es ab circa 70 Euro. Aufwändigere Kleider, Hosen und Jacken gibt es erst ab 170 Euro. Bisher also nur etwas für Menschen, die mehr Geld ausgeben können oder die weniger Klamotten kaufen, dafür aber passendere Kleidung tragen wollen oder denen etwas an Nachhaltigkeit liegt.

Denn für die Herstellung der Klamotten werden Arbeitskräften gerecht entlohnt, geben diese Labels an. Achtet beim Shoppen mal darauf, ob Labels auch maßgeschneiderte Kleidung anbieten und ob sie Angaben zu Sozialstandards machen.

Ein Tipp für alle, die ebenfalls nachhaltiger und ihren Größen gerechter shoppen wollen: Alte Klamotten zur Änderungsschneiderei bringen. Oder sich selbst an die Nähmaschine setzen.